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Gemeinschaftsverpackung

Wellpappe wird in der Verpackungsindustrie in zahlreichen Einsatzszenarien verwendet, unter anderem für sogenannte Gemeinschaftsverpackungen. Diese bündeln mehrere Artikel in einer Einheit, um sie geschützt zu transportieren, übersichtlich zu präsentieren und als zusammenhängendes Angebot bereitzustellen. Im Kontext des Wellpapp-Lexikons beschreibt der Beitrag systematisch Zweck, Gestaltung und Praxis dieser Verpackungsform. Darüber hinaus werden typische Materialkombinationen, gängige Bauarten und prozessuale Anforderungen erläutert, damit die Funktionsweise von Gemeinschaftsverpackungen im gesamten Wertschöpfungsprozess nachvollziehbar wird.

Gemeinschaftsverpackungen kommen in der Distribution, im Handel und im E-Commerce gleichermaßen vor. Sie adressieren Anforderungen an Produktschutz, Handhabung, Sortimentslogik und Informationsbereitstellung (z. B. Kennzeichnung, Inhaltsübersichten). Relevante Aspekte reichen von der Auswahl geeigneter Materialien und Inlays über die Anordnung der Artikel bis hin zu logistischen Rahmenbedingungen und einer ressourcenschonenden Auslegung. Zusätzlich spielen Rückverfolgbarkeit, die Aggregation von Codenummern (z. B. GTIN auf Ebene der Sekundärverpackung) sowie die Kompatibilität mit Kommissionier- und Palettierprozessen eine Rolle. Eine sorgfältige Abstimmung von Maßeinheiten, Toleranzen und Verpackungsabfolgen unterstützt reibungslose Abläufe in Co-Packing- und Fulfillment-Umgebungen.

Definition: Was versteht man unter Gemeinschaftsverpackung?

Im Kontext von Verpackungslösungen bezeichnet die Gemeinschaftsverpackung das Zusammenpacken mehrerer Produkte in einer einzelnen Verpackung. Diese Praxis sieht man häufig bei Produkten, die in Kombination miteinander verwendet oder konsumiert werden. Dabei kann es sich um Artikel des gleichen Typs handeln, wie beispielsweise ein Set von Schreibwaren, oder um ergänzende Produkte wie eine Flasche Wein mit passendem Käse. In beiden Fällen bietet die Gemeinschaftsverpackung eine praktische Möglichkeit, diverse Artikel gemeinsam zu präsentieren und zu verkaufen. Im Verpackungssystem ist sie in der Regel als Sekundärverpackung einzuordnen, die mehrere Primärverpackungen zu einer handhabbaren Einheit zusammenführt.

Im engeren Sinne umfasst der Begriff Set- oder Bündelverpackungen (auch „Bundle“, „Kombipack“ oder „Multipack“): Mehrere Primärverpackungen werden zu einer Sekundärverpackung zusammengeführt, die als eine Einheit gehandhabt, gekennzeichnet und verkauft wird. Abzugrenzen ist dies von reinen Transport-Sammelverpackungen, die nur der Bündelung gleicher Einheiten dienen, ohne ein kombiniertes Nutzungsversprechen zu kommunizieren. Typische Bestandteile sind eine Umverpackung (z. B. Tray, Stülpdeckel, Sleeve), Einlagen oder Trenneinsätze zur Positionierung sowie Flächen für Produkt- und Pflichtinformationen. Häufig werden standardisierte FEFCO-Bauformen (z. B. 0201, 0422) mit individuellen Stanzkonturen für Inlays kombiniert, um Schutzfunktion, Orientierung und Präsentation zu vereinen.

Merkmale von Gemeinschaftsverpackungen

Gemeinschaftsverpackungen zeichnen sich durch spezielle Eigenschaften aus. Dazu gehört die Möglichkeit, unterschiedliche Produkte gleichzeitig zu präsentieren und zu transportieren. Sie können auch dazu beitragen, den Absatz der Produkte zu steigern, indem sie einen Mehrwert für den Kunden schaffen. Häufig handelt es sich um saisonale oder thematische Zusammenstellungen, wie beispielsweise ein Grillset für den Sommer oder ein Weihnachtspaket. Ergänzend bieten sie klare Orientierung durch strukturierte Anordnung, definierte Öffnungsmechanismen und konsistente Informationsflächen, sodass Lagerung, Kommissionierung und Verkauf erleichtert werden.

  • Struktur und Ordnung: Passgenaue Einsätze, Stege oder Fächer halten Artikel sicher an Ort und Stelle und verhindern gegenseitige Beschädigungen.
  • Einheitliche Handhabung: Die gebündelten Produkte erhalten eine gemeinsame Identität (z. B. Artikelnummer), was Kommissionierung, Etikettierung und Bestandsführung vereinfacht.
  • Informationsflächen: Außen- und Innenflächen dienen der Darstellung von Inhalten, Hinweisen, Anleitungen und rechtlich erforderlichen Kennzeichnungen.
  • Variabilität: Gleiche Grundkonstruktionen lassen sich für unterschiedliche Zusammenstellungen adaptieren (z. B. variable Einsätze oder modulare Inlays).
  • Schutzfunktionen: Stoß- und Kratzschutz, Abstandshalter sowie definierte Lagenbildung reduzieren Transportrisiken.
  • Monomaterial-Prinzip: Konstruktionen aus Wellpappe ohne materialfremde Komponenten erleichtern Sortierung und Recycling.
  • Automatisierbarkeit: Faltschritte, Rillungen und Verriegelungen werden so gestaltet, dass manuelle und maschinelle Konfektionierung gleichermaßen möglich ist.
  • Ergonomie und Usability: Grifföffnungen, Öffnungshilfen und klare Packschemata verbessern Handhabung und reduzieren Fehlpackungen.
  • Rückverfolgbarkeit: Aufbringung von Codes, Chargen- und MHD-Angaben auf der Sekundärebene ermöglicht eindeutige Zuordnung im Warenfluss.

Gestaltungs- und Konstruktionsaspekte

Je nach Produktmix kommen unterschiedliche Bauformen zum Einsatz: offene Trays für Sichtbarkeit, geschlossene Umkartons für maximale Sicherheit, Banderolen oder Sleeves für verbesserte Fixierung und Informationsdarstellung. Anforderungen an Stabilität ergeben sich aus Masseverteilung, Empfindlichkeit der Inhalte und dem geplanten Versandweg. Druck- und Markierungsflächen unterstützen die eindeutige Identifikation und die geordnete Präsentation am Point of Sale.

Für die Auslegung spielen Wellpappenqualitäten (z. B. E-, B- oder BC-Welle), Kantenstauch- und Stapelfestigkeit sowie die klimatische Beanspruchung im Transport eine Rolle. Öffnungskonzepte (Perforation, Aufreißfaden), Verschlussarten (Klebung, Stecklaschen, Klebestreifen) und die Wahl passender Inlays (z. B. gestanzte Einsätze, Nester, Stege) beeinflussen sowohl Schutzwirkung als auch Nutzerführung. In der Bedruckung kommen je nach Anforderung Flexo-, Offset- oder Digitaldruck zum Einsatz, etwa für Inhalte, Piktogramme oder Serienkennzeichnungen. Eine saubere Abstimmung von Toleranzen, Rilltiefen und Stanzqualitäten sorgt dafür, dass die Kombination unterschiedlicher Einzelprodukte zuverlässig passt.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Gemeinschaftsverpackungen aus Wellpappe lassen sich ressourcenschonend gestalten, indem Materialdicken an die tatsächliche Belastung angepasst, Leerraum minimiert und Inlays als Monomaterial-Lösung ausgeführt werden. Durch die Verwendung recyclingfähiger Komponenten und klare Trennbarkeit wird der Wiedereinsatz von Fasern unterstützt. Zusätzlich kann durch modular aufgebaute Einsätze eine Wiederverwendbarkeit für andere Zusammenstellungen ermöglicht werden, was die Nutzungsdauer der Verpackung verlängern kann.

Anwendungsbeispiele für Gemeinschaftsverpackungen

Die Anwendungen von Gemeinschaftsverpackungen sind vielfältig. Sie werden in vielen Branchen eingesetzt, darunter Lebensmittel-, Spielwaren- und Kosmetikindustrie. Ein gängiges Beispiel für Gemeinschaftsverpackungen sind Geschenksets, die eine Auswahl an Produkten eines bestimmten Themas oder einer bestimmten Marke beinhalten. Große Supermarktketten nutzen Gemeinschaftsverpackungen auch häufig für ihre Eigenmarken, um Kunden zum Kauf mehrerer Produkte zu ermutigen. Ebenso verbreitet sind Sortimentskoffer oder -kartons für Schule und Büro, kombinierte DIY-Kits mit Werkzeug und Verbrauchsmaterial sowie Probierpakete mit unterschiedlichen Varianten innerhalb einer Produktlinie.

Weitere typische Beispiele sind Starterkits (z. B. Pflege- oder Rasursets), saisonale Themenpakete, Probier- und Vorteilssets mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, DIY- und Reparatursets mit komplementären Komponenten, sowie Lehr- und Experimentiersets mit strukturiertem Zubehör. In allen Fällen steht das geordnete Zusammenführen passender Artikel in einer handhabbaren Einheit im Vordergrund. Darüber hinaus kommen Gemeinschaftsverpackungen in Abo- und Aktionsformaten zum Einsatz, wenn regelmäßig wechselnde Inhalte in einer konstanten Grundkonstruktion versendet oder präsentiert werden sollen.

Für standardisierte Szenarien können Übersichten hilfreich sein, etwa zu Informationen zu sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager, sofern geeignete Lösungen für typische Setgrößen und Produktkombinationen benötigt werden. Ergänzend lassen sich modulare Einsätze so planen, dass variable Stückzahlen (z. B. 3er-, 4er- oder 6er-Sets) in ein und derselben Umverpackung umgesetzt werden können.

Vor- und Nachteile von Gemeinschaftsverpackungen

Wie bei jeder Verpackungslösung gibt es auch bei der Nutzung von Gemeinschaftsverpackungen Vor- und Nachteile. Auf der positiven Seite ermöglichen solche Verpackungen die gemeinsame Präsentation mehrerer Produkte, wodurch die Verkaufschancen steigen können. Sie bieten auch die Möglichkeit, den Kunden einen Mehrwert zu bieten, indem sie beispielsweise ein All-in-One-Paket bereitstellen. Der mögliche Nachteil der Gemeinschaftsverpackungen liegt in der Komplexität des Verpackungsprozesses. Jede Produktgruppe innerhalb der Verpackung muss sorgfältig ausgewählt und angeordnet werden, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Zudem können sich die Kosten für Gemeinschaftsverpackungen erhöhen, insbesondere wenn sie spezielle Designs oder Materialien erfordern. Zusätzlich ist bei mischspezifischen Sets auf unterschiedliche Haltbarkeiten, Chargen- und Losgrößen sowie eine verlässliche Prognose der Nachfrage zu achten.

  • Vorteile: gebündelte Handhabung, reduzierte Anzahl einzelner Verpackungseinheiten, definierte Ordnung, konsistente Kennzeichnung, potenziell geringere Bruch- und Retourenquote durch abgestimmte Inlays.
  • Herausforderungen: planerischer Aufwand bei Artikelauswahl und Anordnung, höherer Abstimmungsbedarf (z. B. Toleranzen, Gewichtsverteilung), mögliche Materialmehrmengen bei komplexen Einsätzen sowie zusätzliche Prüfschritte in der Qualitätssicherung.
  • Weitere Vorteile: vereinfachte Aggregation von Informationen auf der Sekundärebene, bessere Stapel- und Lagenbildung im Lager, harmonisierte Packmuster auf Palette und im Versand.
  • Weitere Herausforderungen: Risiko von Leerraum bei heterogenen Artikeln, höherer Koordinationsaufwand in der Konfektionierung, Abgleich mit rechtlichen Kennzeichnungsvorgaben für alle enthaltenen Produkte.

Planung, Prüfung und Qualitätssicherung

Eine belastbare Umsetzung berücksichtigt Packreihenfolge, Toleranzen der Einzelprodukte, Kanten- und Flächendrücke, Verschlussarten sowie Prüfungen (Falltest, Schüttel- und Stapeltests). Dokumentierte Packanweisungen, eindeutige Etiketten und Musterfreigaben erleichtern die Reproduzierbarkeit – insbesondere in Co-Packing-Prozessen. Ergänzend sind klimatische Konditionierung, Prüfpläne mit Stichproben-Umfang, die Ermittlung von Kantenstauch- und Stapeldruckwerten sowie die Bewertung der Schnittstellen zu Fördertechnik, Kommissionierung und Versand wesentlich. Ein abgestimmtes Palettier- und Umreifungskonzept reduziert Transportschäden und stabilisiert die Einheit bis zum Bestimmungsort.

Im Rahmen der Qualitätssicherung empfiehlt sich zudem die Bewertung von Öffnungs- und Wiederverschlussfunktionen, die Lesbarkeit aller Pflichtinformationen und die Eindeutigkeit der Aggregationskennzeichnung. Durch Versions- und Chargenmanagement können Varianten sicher verwaltet werden, ohne die grundlegende Konstruktion zu verändern.

Zusammenfassung:

  • Unter einer Gemeinschaftsverpackung versteht man eine spezielle Verpackungsform, bei der verschiedene Artikel gemeinsam in einer Umverpackung platziert werden. Dies ist besonders hilfreich für den Transport und die Lagerung von Gütern. Zusätzlich ermöglicht die strukturierte Anordnung eine klare Orientierung und verringert Fehlgriffe.
  • Für Firmen, die Wellpappe-Verpackungen suchen, bietet die Gemeinschaftsverpackung eine effiziente Möglichkeit, mehrere Produkte sicher und kompakt zu verpacken. Wellpappe minimiert dabei das Risiko von Beschädigungen durch ihre Stabilität und Stoßdämpfungsfähigkeit. Durch angepasste Wellenkombinationen und passgenaue Inlays lässt sich das Schutzprofil gezielt auslegen.
  • Die Verwendung von Gemeinschaftsverpackungen unterstützt Unternehmen dabei, ihre Logistikprozesse zu optimieren und Kosten einzusparen. Es reduziert den Verpackungsaufwand, da mehrere Artikel in einer einzigen Verpackungseinheit transportiert werden können. Zudem sind weniger Individualverpackungen notwendig, was zur Reduzierung der Verpackungsabfälle beiträgt.
  • Bei der Auslegung sind Materialwahl, Verschlusskonzept, Druckbild sowie Prüf- und Freigabeprozesse entscheidend, um Schutz, Handhabung und Informationsbereitstellung zuverlässig zu kombinieren.
  • Nachhaltigkeit wird durch Monomaterial-Ansätze, minimierten Leerraum und recyclinggerechte Konstruktionen unterstützt; modulare Einsätze erhöhen die Flexibilität für wechselnde Zusammenstellungen.

Veröffentlicht am 14.05.2025
Letzte Überarbeitung am 18.12.2025 um 11:34 Uhr von Manuel Hofacker

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