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Lebensmittelsicherheitsverpackung

Die Nahrungsmittelindustrie ist darauf ausgerichtet, rationale, sichere und kosteneffektive Lösungen für Lagerung, Handling und Transport sensibler Waren zu etablieren. Ein tragendes Element sind hierfür geeignete Packmittel aus faserbasierten Rohstoffen. Wellpappe bietet hierbei eine beachtenswerte Option, die in vielen Anwendungen als Standard für Lebensmittelsicherheitsverpackungen gilt und durch gute Verfügbarkeit, Anpassbarkeit und etablierte Recyclingstrukturen überzeugt. Darüber hinaus ermöglicht sie eine prozesssichere Verarbeitung auf Verpackungsmaschinen, eine hohe Logistik-Effizienz durch geringes Gewicht sowie eine solide Balance zwischen mechanischer Stabilität und Materialeinsatz. In der Praxis zählt neben dem Produktschutz insbesondere die hygienegerechte Herstellung, die Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lieferkette und die Einhaltung klar definierter Spezifikationen für zuverlässige Qualität.

Definition: Was versteht man unter Lebensmittelsicherheitsverpackung?

Die Verpackung von Lebensmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben und technischen Standards, um ein hohes Schutzniveau sicherzustellen. Eine Lebensmittelsicherheitsverpackung, auch als lebensmittelkonforme oder lebensmittelechte Lösung bezeichnet, ist ein speziell ausgelegtes Packmittel, das die Qualität von Lebensmitteln erhält, die Haltbarkeit unterstützt und das Risiko von Kontaminationen, Migration unerwünschter Stoffe und sensorischen Beeinträchtigungen reduziert. Je nach Einsatzfall wird zwischen Primärverpackung (mit direktem Lebensmittelkontakt) und Sekundär- bzw. Tertiärverpackung (ohne direkten Kontakt, z. B. Transport- oder Umkarton) unterschieden. Für den Direktkontakt sind migrationsgeprüfte Materialien, geeignete Barrieren sowie geeignete Druckfarben, Lacke und Klebstoffe erforderlich. Ergänzend sind risikobasierte Beurteilungen (z. B. zu NIAS – nicht absichtlich eingebrachte Stoffe), definierte Freigabekriterien und nachvollziehbare Konformitätserklärungen Teil des Gesamtkonzepts.

Rechtliche Grundlagen in der EU sind u. a. die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006. Für papier- und kartonbasierte Packstoffe werden zusätzlich anerkannte Richtlinien, Prüfpläne und Konformitätserklärungen herangezogen. In der Praxis umfasst dies Eignungsnachweise (z. B. Migrations- und Sensorikprüfungen), Spezifikationen zu Rohstoffen (Frischfaser/Recyclingfaser), Prozesse nach guten Herstellungspraxen sowie lückenlose Rückverfolgbarkeit. Für Druckfarben und Klebstoffe gelten branchenübliche Leitlinien (z. B. EuPIA für Farben, FEICA für Klebstoffe), für Hygiene-Management im Verpackungsbereich hat sich u. a. DIN EN 15593 etabliert; je nach System kommen zudem HACCP-basierte Verfahren, interne Audits und Lieferantenqualifikationen zum Tragen.

Direkter und indirekter Lebensmittelkontakt

Beim direkten Kontakt gelten besonders strenge Anforderungen: Hier kommen meist Frischfaserqualitäten, Barrierepapiere oder beschichtete Deckschichten zum Einsatz. Beim indirekten Kontakt – etwa bei Umkartons, Trays oder Transportverpackungen – liegt der Fokus auf mechanischem Schutz, Stabilität, geeigneter Bedruckung und sauberer, geruchsarmer Herstellung, um eine Übertragung unerwünschter Stoffe oder Gerüche zu vermeiden. Weiterführende Grundlagen bietet der Überblick Richtlinien und Eigenschaften moderner Pappkartons. Zusätzlich sind Set-off-Effekte (Stoffübertragungen durch Stapelkontakt), die Trennung von Hygienebereichen, eine kontrollierte Lagerung von Druckfarben und Hilfsstoffen sowie die Vermeidung staubender Prozesse wesentliche Aspekte, um den Lebensmittelkontakt indirekt sicher zu gestalten.

Merkmale und Anforderungen der Lebensmittelsicherheitsverpackung

Sicherheits- und Qualitätsstandards sind wesentliche Merkmale der Lebensmittelsicherheitsverpackungen. Diese Verpackungen müssen:

  • Lebensmittel vor Kontamination durch Bakterien, Schimmelpilze und andere schädliche Substanzen schützen
  • Biologisch abbaubar oder wieder verwendbar sein
  • Aus gesundheitsunschädlichen Materialien bestehen
  • Keine schädigenden Ausdünstungen abgeben
  • Migrationsgrenzwerte und sensorische Anforderungen (Geruch/Geschmack) einhalten
  • Eine geeignete Barriereleistung gegen Fett, Öl, Feuchte oder Licht bieten – je nach Produktanforderung
  • Mechanischen Schutz (Dämpfung, Stapelstabilität, Kanten- und Durchstoßfestigkeit) sicherstellen
  • Unter GMP-Bedingungen hergestellt werden und Rückverfolgbarkeit gewährleisten
  • Angemessen kennzeichnet sein (z. B. Kontaktpiktogramme, Chargeninformationen) und dokumentierte Konformität vorweisen
  • Für automatisierte Abpackprozesse geeignet sein (Formstabilität, Falteigenschaften, Klebe- und Rillqualität)
  • Kompatibel mit Kühl- und Tiefkühlketten sein, inklusive definierter Klimabeständigkeit
  • Materialeffizient und recyclinggerecht konstruiert sein, um Ressourceneinsatz und Entsorgungsaufwand zu minimieren

Zusätzlich spielen Faktoren wie die Eignung für definierte Temperatur- und Feuchtebereiche, stabile Abmessungen, saubere Weiterverarbeitung (Schneiden, Rillen, Kleben) sowie die Verwendung migrationsarmer Farben und Klebstoffe eine zentrale Rolle. Für bestimmte Anwendungen sind Prüfungen auf MOSH/MOAH, Mineralöle, Weichmacher oder rezyklatbedingte Stoffe üblich. In der Praxis werden Toleranzen für Maßhaltigkeit, Rillteilungen, Klebelaschen und Planlage festgelegt; standardisierte Klimabedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) dienen der Vergleichbarkeit mechanischer Kennwerte und der Sicherstellung konstanter Leistung entlang der Lieferkette.

Die Rolle der Wellpappe in der Lebensmittelsicherheitsverpackung

Die Wellpappe ist als faserbasierter Packstoff in der Lebensmittelkette weit verbreitet – vor allem als Sekundär- und Transportlösung. Sie bietet ein günstiges Verhältnis aus Stabilität und Gewicht, gute Dämpfung und lässt sich passgenau konstruieren. Für Anwendungen mit Direktkontakt sind geeignete Deckschichten (z. B. Frischfaser, funktionsbeschichtete Papiere) und geprüfte Komponenten entscheidend, um Migration und sensorische Beeinträchtigungen zu vermeiden. Moderne Ausstattungen wie wasserbasierte Dispersionsbarrieren, fettabweisende Oberflächen oder nassfeste Qualitäten erweitern das Einsatzspektrum, beispielsweise bei fetthaltigen Backwaren oder feuchteempfindlichen Produkten. Auch die Auswahl der Wellenarten (z. B. E-, B-, C- oder BC-Welle) und der Papiergrammaturen beeinflusst Dämpfungsverhalten, Stauchwiderstand und Bedruckbarkeit.

Wellpappe zeigt ein gutes Verhalten in standardisierten Klimen und unterstützt durch die Hohlstruktur einen gewissen Isoliereffekt gegen mechanische Einwirkungen. Gleichzeitig ist sie ressourceneffizient, leicht, gut zu bedrucken und etabliert im Recyclingkreislauf. Ihre Eignung für nachhaltige Verpackungslösungen ergibt sich aus dem hohen Anteil erneuerbarer Rohstoffe, der Wiederverwertbarkeit und der Möglichkeit, materialeffiziente Konstruktionen zu realisieren. Leistungskennwerte wie ECT (Kantenstauchwiderstand) und BCT (Stapelstauchwiderstand der fertigen Schachtel) dienen der Auslegung für Transport- und Lagerbelastungen und unterstützen eine sichere Dimensionierung.

Vor- und Nachteile von Lebensmittelsicherheitsverpackungen aus Wellpappe

Lebensmittelsicherheitsverpackungen aus Wellpappe bieten zahlreiche Stärken: Sie sind materialeffizient, bestehen überwiegend aus erneuerbaren Rohstoffen und ermöglichen wirtschaftliche, leichtgewichtige Lösungen. Die Konstruktion ist flexibel, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit lassen sich gut integrieren, und die Recyclingfähigkeit ist hoch. Einschränkungen bestehen vor allem bei Barriereeigenschaften: Ohne zusätzliche Schichten ist die Beständigkeit gegen Wasser, Fette, Öle oder Sauerstoff begrenzt. Bei hoher Luftfeuchte sinkt die Kompressionsfestigkeit; zudem kann falsche Lagerung zu Verformungen führen. Durch geeignete Materialwahl (z. B. Frischfaser für Direktkontakt), geprüfte Barrieren und kontrollierte Produktionsprozesse lassen sich diese Grenzen zielgerichtet adressieren. Ergänzend können optimierte Konstruktionen (z. B. mehrlagige Wellpappe, verstärkte Kanten) sowie abgestimmte Palettiermuster die Performance in kritischen Szenarien verbessern.

  • Vorteile: geringes Gewicht, gute Polsterwirkung, passgenaue Konstruktion, hohe Recyclingquote, bedruckbar mit migrationsarmen Systemen
  • Nachteile: Feuchteempfindlichkeit, begrenzte Barriere ohne Zusatzschichten, potenzielle Geruchsübertragung je nach Faserherkunft, sorgfältige Lager- und Klimaführung erforderlich
  • Weitere Aspekte: sehr gute Kennzeichnungsfähigkeit (Druck, Codes), variabel in Form und Ausstanzungen, bei falscher Konditionierung jedoch reduzierter Stauchwiderstand

Rechtliche Grundlagen, Nachweise und Qualitätssicherung

Relevante Vorgaben umfassen die EU-Rahmenverordnung für Lebensmittelkontaktmaterialien, GMP-Anforderungen, anerkannte Richtlinien für Papier/Karton und interne HACCP-basierte Qualitätssicherung. Üblich sind:

  • Konformitätserklärungen mit Spezifikationen der eingesetzten Materialien
  • Prüfberichte zu globaler und spezifischer Migration sowie Sensorik
  • Bewertungen zu MOSH/MOAH und weiteren definierten Stoffgruppen
  • Prozesskontrollen (Hygiene, Fremdkörperprävention, Reinigung, Rückverfolgbarkeit)
  • Bewertung von NIAS und gegebenenfalls dual-use-Stoffen auf Basis einer risikoorientierten Prüfung
  • Auditierte Produktionsprozesse nach anerkannten Hygienestandards (z. B. dokumentierte GMP- und HACCP-Umsetzung)
  • Lieferantenfreigaben, Wareneingangskontrollen und Chargenrückverfolgung bis zu den eingesetzten Papieren, Farben und Klebstoffen

Typische Anwendungen und Beispiele

Direkter Kontakt: Schalen und Einleger für Backwaren oder Obst, Pizzakartons mit geeigneten Deckschichten, fettresistente Einlagen. Indirekter Kontakt: Umkartons für Trockenwaren, Trays für Obst und Gemüse, Transport- und Lagerkartons für Kühl- und Tiefkühlprodukte, Sammel- und Displayeinheiten für den Handel. Für sensible Güter kommen funktionsbeschichtete Qualitäten oder zusätzliche Inlays zum Einsatz, um Produktschutz und Konformität zu erreichen. Ergänzend sind Anwendungen wie Snacktrays, Take-away-Schalen mit Fettbarriere, Bäckereikartons, Wellpapp-Trays mit Belüftungsöffnungen für Frischeprodukte sowie verstärkte Versandkartons für schwere Getränkegebinde üblich.

Best Practices für Lagerung und Handling

Eine sachgerechte Lagerung schützt die Leistungsfähigkeit der Wellpappe: trocken, sauber, geruchsneutral, vor direkter Feuchte und Wärmequellen geschützt. Empfehlenswert sind definierte Klimabedingungen (z. B. gemäß Standardklima) sowie FIFO-Prinzip und geschlossene Umverpackungen bis zum Einsatz. Beim Handling sind saubere Schnittkanten, gratfreie Stanzungen, geeignete Klebungen und eine schonende Palettierung wichtig; so werden Partikel, Staub und mechanische Beschädigungen minimiert. Zusätzlich unterstützen eine ausreichende Akklimatisierung vor der Verarbeitung (typisch 24–48 Stunden), das Vermeiden von Palettenüberstand und eine angepasste Stapelhöhe (Sicherheitsfaktor für BCT) die geforderte Stabilität. In Kühlketten sollten Kondenswasserbildung und Feuchteeintrag durch passende Barrieren, Belüftung und Verpackungsdesign berücksichtigt werden.

Zusammenfassung:

  • Lebensmittelsicherheitsverpackung ist das Einsatzgebiet für Wellpappe als Rohstoff, der dank seiner hygienischen Eigenschaften in der Lebensmittelbranche hoch geschätzt wird.
  • Wellpappe-Verpackungen gewährleisten die Sicherheit, Qualität und Frische von Lebensmitteln, da sie den Schutz gegen Kontaminanten bieten und hohen Qualitätsstandards entsprechen.
  • Ob für trockene, feuchte oder gefrorene Produkte, Verpackungen aus Wellpappe erfüllen die spezifischen Anforderungen der Lebensmittelindustrie und garantieren die Einhaltung von Lebensmittelsicherheitsvorschriften.
  • Für Direktkontakt sind geprüfte Deckschichten, migrationsarme Komponenten und dokumentierte Konformität essenziell; im indirekten Kontakt stehen Stabilität und Hygiene im Fokus.
  • Grenzen wie Feuchteempfindlichkeit oder begrenzte Barrieren lassen sich durch Materialauswahl, Beschichtungen und kontrollierte Prozesse zielgerichtet beherrschen.
  • Eine konsistente Qualitätssicherung mit Prüfberichten, Rückverfolgbarkeit und auditierbaren Prozessen bildet die Grundlage für verlässliche, konforme Verpackungslösungen entlang der gesamten Lieferkette.

Veröffentlicht am 20.05.2025
Letzte Überarbeitung am 01.01.2026 um 10:21 Uhr von Sebastian Würth

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