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Siegelrandbeutel
Im Bereich der Verpackungsbranche spielt die Wellpappe eine wesentliche Rolle für Transport- und Versandlösungen. Siegelrandbeutel ergänzen diese Systeme als innenliegende Schutz- und Barrierekomponenten: Sie stabilisieren Schüttgüter, sichern sensible Kleinteile gegen Verlust und schützen empfindliche Inhalte zuverlässig vor Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht und Verunreinigungen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine klare Trennung zwischen Primärverpackung (direkter Produktschutz) und Sekundärverpackung (z. B. Umkarton aus Wellpappe), was die Prozesssicherheit in Lager, Kommissionierung und Versand erhöht. Durch definierte Materialeigenschaften lassen sich Haltbarkeit, Produktsicherheit und Kennzeichnung entlang der gesamten Lieferkette konsistent abbilden.
Definition: Was versteht man unter Siegelrandbeuteln?
Siegelrandbeutel (auch 4-Rand-Siegelbeutel oder Vierrandsiegelbeutel) sind flache Beutel, deren Folienzuschnitte entlang aller Seiten mit thermisch erzeugten Siegelnähten verschlossen werden. Typisch sind Aufbauten aus Kunststofffolien (z. B. PE, PP, PET, PA), optional mit Sperrschichten wie EVOH oder Aluminium, sowie papierbasierte Verbunde. Das Material wird so gewählt, dass es die erforderlichen Barriere- und Stabilitätseigenschaften bietet. Ergänzend kommen wärmeversiegelbare Beschichtungen (z. B. auf Papierverbunden) und definierte Siegelschichten zum Einsatz, die Prozessfenster und Nahtqualität maßgeblich bestimmen. Wellpappe wird dabei als Außen- bzw. Transportverpackung genutzt, nicht als Material für Siegelrandbeutel selbst.
Je nach Anforderung variieren Format, Foliendicke und Abmessungen von sehr kleinen Einheiten für Proben oder pharmazeutische Produkte bis hin zu größeren Flachbeuteln für Lebensmittel, Ersatzteile oder Kits. Ausführungen mit Peelnaht für definierte Öffnungskräfte oder mit hochfester, nicht peelbarer Naht sind gängig. Übliche Foliendicken bewegen sich – abhängig von Produkt und Barriereziel – im Bereich von ca. 40 bis 150 µm, bei Hochbarrierestrukturen auch darüber. Für die Auslegung sind Kenngrößen wie Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) und Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) relevant. Toleranzen der Zuschnittbreite, der Siegelnahtbreiten und der Längenmaße sind herstellerseitig spezifiziert und werden prozessbegleitend überwacht, um ein sicheres Zusammenspiel mit Wellpapp-Umverpackungen zu gewährleisten.
Herstellungsprozess eines Siegelrandbeutels
Die Herstellung erfolgt mehrstufig: Zunächst werden Folienbahnen (einlagig oder laminiert) auf Breite geschnitten und optional im Flexo- oder Tiefdruck bedruckt. Anschließend verarbeitet eine Beutelmaschine die Zuschnitte beziehungsweise Bahnen: Kantenführung, Formatierung und das Erzeugen der Heißsiegelnähte erfolgen über erhitzte Siegelbacken mit exakt geregelten Parametern (Temperatur, Druck, Zeit). Das letzte offene Segment wird geschlossen, sodass der umlaufende Randnahtverbund entsteht. Der Siegelprozess stellt sicher, dass der Inhalt des Beutels sicher verpackt ist und nicht ausläuft. Für Medizin- und Pharmaanwendungen kommen validierte Prozesse, dokumentierte Siegelnahtfestigkeitsprüfungen und teilweise Reinraumumgebungen zum Einsatz. Zusätzlich werden Funktionen wie Einreißkerben, Aufhängelöcher oder definierte Abrundungen der Ecken integriert, um Handhabung, Arbeitssicherheit und Prozessfähigkeit zu verbessern.
Material- und Prozessdetails
- Materialien: Monofolien (PE, PP), Verbunde (z. B. PET/PE, PA/PE), Sperrschichten (EVOH, Aluminiumfolie) für Gas-, Aroma- und Lichtbarrieren. Optional papierbasierte Verbunde mit thermischer Versiegelbarkeit.
- Nahtgestaltung: Peelnähte für kontrolliertes Öffnen, hochfeste Nähte für maximale Dichtigkeit, optionale Einreißkerben oder Laser-Vorschwächungen für die Handhabung. Typische Siegelnahtbreiten liegen je nach Anwendung zwischen ca. 5 und 15 mm.
- Qualitätssicherung: Siegelnahtbreite, Siegelnahtfestigkeit, Dichtigkeits- und Druckprüfungen, Migrationstests für Lebensmittelkontaktmaterialien. Ergänzend kommen Prüfungen zu OTR/WVTR, Heißsiegelverhalten (Hot-Tack) und Burstoff zum Einsatz.
- Prozessparameter: Material- und schichtabhängige Temperaturfenster, definierte Anpressdrücke und Siegelzeiten (Dwell-Time) sowie Kühl- und Abzugseinheiten zur Stabilisierung der Naht.
- Besondere Anforderungen: Kompatibilität mit Sterilisationsverfahren (z. B. Dampf, Gamma, EtO) im Medizinbereich; antistatische oder ableitfähige Folien für ESD-sensible Inhalte.
Verwendung von Siegelrandbeuteln in der Industrie
Die Verwendung von Siegelrandbeuteln ist in vielen Branchen verbreitet. In der Lebensmittelindustrie schützen sie Snacks, Gewürze, Pulver, Trockenfrüchte oder Kaffeeportionen vor Qualitätseinbußen. In Technik und Elektronik sichern sie Bauteile, Kabelsätze, Kleinteile und ESD-sensible Komponenten (mit geeigneter Folie). Im medizinischen Bereich dienen sie der sterilen oder keimarmen Verpackung von Instrumenten, Diagnostik-Tests, Verbandstoffen oder Komponenten. In der Kosmetik verpacken sie Sachets, Proben und Refill-Einheiten. Für den äußeren Transportschutz werden sie häufig in Kombination mit Kartonagen und einem breites Sortiment an sofort verfügbaren Verpackungen eingesetzt. Darüber hinaus finden sie Anwendung in Chemie, Labor und Automotive (z. B. Muster, Kits, Schrauben- und Dichtungssortimente), wo eine klare Trennung, Kennzeichnung und Kontaminationskontrolle erforderlich ist.
Schutzfunktionen und Barriereeigenschaften
- Schutz vor Feuchte, Sauerstoff, Licht und Fremdgerüchen durch geeignete Barrierefolien.
- Partikel- und Kontaminationsschutz für sensible Inhalte (z. B. Medizin- und Laborartikel).
- Produktsicherung und Bündelung loser Komponenten im äußeren Umkarton aus Wellpappe.
- Manipulationsschutz durch versiegelte Ränder; optional tamper-evidente Lösungen durch definierte Öffnungshilfen.
- Erhalt von Aroma- und Wirkstoffgehalt, unterstützt durch materialgerechte OTR-/WVTR-Auslegung.
Abmessungen und Toleranzen
Bei Siegelrandbeuteln werden Abmessungen üblicherweise als Breite × Länge angegeben; zusätzlich ist die umlaufende Randnahtbreite (links/rechts/oben/unten) festgelegt. Zu unterscheiden sind das Außenmaß, das Nutzmaß innerhalb der Siegelnähte sowie die Einfüllöffnung vor dem finalen Siegeln. Für die Passung in Wellpappe-Umverpackungen sind Maßtoleranzen (typisch im Bereich ±1–3 mm, abhängig vom Format und Prozess) sowie die Planlage maßgeblich. Das Füllvolumen ergibt sich aus Nutzmaß und Materialsteifigkeit; bei pulvrigen oder körnigen Füllgütern beeinflusst die Schüttdichte das resultierende Packmaß, was bei der Auslegung des Umkartons berücksichtigt werden sollte.
Barrierekennzahlen und Leistungsparameter
- OTR (Sauerstoffdurchlässigkeit): in cc/m²·d bei definierten Klima- und Temperaturbedingungen; relevant für oxidationsempfindliche Güter.
- WVTR (Wasserdampfdurchlässigkeit): in g/m²·d; wichtig für hygroskopische Inhalte.
- Siegelnahtfestigkeit: meist in N/15 mm angegeben; Grenzwerte je nach Anwendung (Peel vs. fest).
- Heißsiegeleigenschaften (Hot-Tack): maßgeblich für schnelle Taktzeiten und Prozessstabilität.
- Burstoff und Dichtigkeit: Nachweise über Differenzdruck-, Vakuum- oder Blasentests.
Normen, Richtlinien und Prüfverfahren
- Medizinprodukteverpackung: DIN EN ISO 11607 (Teile 1 und 2) für Sterilbarrieresysteme und Prozessvalidierung.
- Lebensmittelkontakt: Einhaltung einschlägiger Verordnungen (z. B. EU-Rahmenverordnung für Materialien mit Lebensmittelkontakt) sowie spezifischer Migrationstests.
- Prüfmethoden (Beispiele): Prüfungen zur Siegelnahtfestigkeit, Farb- und Dichtheitsprüfungen, optische Inspektion, Klimatests und Lagerversuche.
- Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit: Anforderungen an Los- und Chargeninformationen, Barcodes oder Seriennummern im regulierten Umfeld.
Nachhaltigkeit und Entsorgung
Ökologische Optimierungen reichen von monomaterialen Konzepten (z. B. PE/PE oder PP/PP) über reduzierte Foliendicken bis hin zu recyclingfreundlichen Druck- und Klebstoffsystemen. Papierbasierte Verbunde mit thermischer Versiegelbarkeit können – abhängig von Aufbau und lokalen Systemen – bei der stofflichen Verwertung Vorteile bieten. Für eine sachgerechte Entsorgung sind Materialkennzeichnungen und die klare Trennung von Verbundtypen hilfreich. Im Nicht-Kontaktbereich ist der Einsatz geeigneter Rezyklate möglich, sofern Prozess- und Qualitätsanforderungen erfüllt werden.
Lagerung, Handhabung und Versandintegration
Für stabile Eigenschaften sollten Siegelrandbeutel trocken, staubfrei und vor UV-Licht geschützt gelagert werden; als Richtwerte gelten häufig 15–25 °C und 40–60 % r. F. Mechanische Beanspruchungen (Knicke, Druckstellen) sind zu vermeiden, um die Siegelzonen nicht zu beeinträchtigen. In der Versandkette empfiehlt sich die Abstimmung von Beutelmaßen, Füllvolumen und Wellpapp-Umkarton, einschließlich Polsterung, Zwischenlagen und Kennzeichnung, damit ein sicherer, effizienter Materialfluss in Kommissionierung, Transport und Lager möglich ist.
Vor- und Nachteile von Siegelrandbeuteln
Siegelrandbeutel bieten eine hohe Anpassungsfähigkeit an Formate, Füllgüter und Kennzeichnung: variable Größen, Druckbilder, Öffnungshilfen und Barrierekonzepte sind möglich. Die umlaufende Naht liefert gute Dichtigkeit und mechanische Stabilität, was Haltbarkeit und Produktsicherheit unterstützt. Nachteile ergeben sich durch den Bedarf an spezifischen Beutel- oder Siegelmaschinen, die teilweise erschwerte manuelle Öffnung ohne Öffnungshilfe sowie durch die Entsorgung, insbesondere bei mehrlagigen Verbunden. Ansätze zur Verbesserung umfassen monomateriale Folien für bessere Recyclingfähigkeit, den Einsatz geeigneter Rezyklate im Nicht-Kontaktbereich sowie eine materialsparende Auslegung von Randbreiten und Foliendicken. Zusätzlich sind Rüstzeiten, Makulatur und die Komplexität bei Hochbarrierestrukturen zu berücksichtigen; dem gegenüber stehen flache, platzsparende Packeinheiten, die in Wellpappe-Umverpackungen effizient gestapelt werden können.
Öffnung, Kennzeichnung und Handhabung
- Öffnungshilfen: Einreißkerbe, definierte Peelnaht, optional Zipper oder Aufreißfaden; bei Bedarf Markierung der Aufreißrichtung.
- Kennzeichnung: Druck von Logos, Barcodes, Los- und Chargeninformationen, variable Daten über Inkjet/TTO.
- Verarbeitbarkeit: Kompatibel mit manuellem, halbautomatischem und vollautomatischem Abfüllen; geeignete Fülltrichter und Siegelparameter sind entscheidend.
- Optionale Funktionen: Aufhängeloch (z. B. Euroloch), Mikroperforation zur Entgasung, codierte Peellinien und Sicherheitshinweise.
- Rückverfolgbarkeit: Seriennummern, Datamatrix- oder QR-Codes zur Prozessdokumentation und Qualitätssicherung.
Zusammenfassung:
- Siegelrandbeutel sind eine effiziente Lösung für die Lagerung und den Transport verschiedener Produkte, da sie eine ausgezeichnete Barriere gegen Feuchtigkeit und Verunreinigungen bieten.
- Die Verwendung von Siegelrandbeuteln für Artikel, die in Wellpappeverpackungen versendet werden, kann dazu beitragen, die Qualität des Produkts während des Transports und der Lagerung zu erhalten und zu verbessern.
- Siegelrandbeutel sind vielseitig und anpassungsfähig, sie können für eine Vielzahl von Waren verwendet werden, von Lebensmitteln bis zu Industrieprodukten, und ergänzen somit die Vielzweckverpackungen aus Wellpappe gut.
- Material- und Nahtauswahl (z. B. Peelnaht, Barriereverbund) richtet sich nach Produkt, Haltbarkeitsziel und regulatorischen Anforderungen.
- Für eine gute Handhabung im Versand sind klare Öffnungshilfen, eindeutige Kennzeichnung und passende Abmessungen wesentlich.
- Ökologische Optimierung ist über monomateriale Konzepte, reduzierte Foliendicken und recyclingfreundliche Designs möglich.
- Die korrekte Auslegung von OTR/WVTR, Siegelnahtfestigkeit und Maßtoleranzen unterstützt Produktschutz und Prozessfähigkeit.
- Die Kombination aus primärem Produktschutz im Beutel und sekundärem Transportschutz in Wellpappe bildet eine robuste, prozesssichere Verpackungskette.
Veröffentlicht am 15.07.2024
Letzte Überarbeitung am 02.12.2025 um 13:04 Uhr von Julia Kopp