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Anlieferungskontrolle
Eine wichtige Facette innerhalb der Abläufe um Wellpappenverpackungen dreht sich um die Anlieferungskontrolle. Die Inspektion der an der Rampe eintreffenden Waren spielt eine bedeutende Rolle in der Prozesskette von Wellstar-Packaging GmbH. Als Schnittstelle zwischen Transport, Lager und Produktion stellt die Wareneingangsprüfung sicher, dass Materialchargen in Bezug auf Identität, Menge und Zustand den vereinbarten Spezifikationen entsprechen. Sie reduziert Risiken wie Transportschäden, Feuchteprobleme, Vermischungen oder Fehllieferungen und unterstützt eine stabile, rückverfolgbare Materialversorgung. Ergänzend trägt sie zur Einhaltung interner Qualitätsrichtlinien und branchentypischer Normvorgaben bei und bildet die Grundlage für belastbare Entscheidungen im weiteren Verpackungsprozess.
Definition: Was versteht man unter Anlieferungskontrolle?
Unter dem Begriff Anlieferungskontrolle versteht man die systematische und strukturierte Überprüfung aller angelieferten Artikel. Diese Prüfung umfasst nicht nur die Kontrolle von Menge und Zustand der gelieferten Wellpappe und anderer Zulieferteile, sondern gegebenenfalls auch die Überprüfung der begleitenden Lieferpapiere. Im Kontext von Wellpappe beinhaltet dies u. a. die Plausibilisierung von Wellenart, Flächengewichten, Maßhaltigkeit und Kennzeichnungen bis hin zur Chargenrückverfolgung.
Im weiteren Sinn umfasst die Anlieferungskontrolle (auch Wareneingangsprüfung oder Eingangsprüfung) die Verifikation der Bestell- und Lieferdaten, die Identitätsprüfung anhand von Etiketten und Chargen, die Bewertung von Verpackungs- und Ladeeinheiten sowie die Dokumentation der Ergebnisse. Der Umfang der Prüfung ist risikobasiert: Art der Ware, Verwendungszweck, Reklamationshistorie, kritische Spezifikationsmerkmale und vereinbarte Prüfpläne bestimmen, wie intensiv kontrolliert wird. Häufig kommen dabei stichprobenbasierte Verfahren (z. B. AQL-orientierte Prüfumfänge) und klar definierte Akzeptanzkriterien zum Einsatz, um Zeit und Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.
Ziele der Anlieferungskontrolle
- Sicherstellung der Konformität mit Bestellung, Spezifikation und Normvorgaben, einschließlich Toleranzen für Maße, Flächengewichte und Druckanforderungen
- Früherkennung von Abweichungen (z. B. Beschädigungen, Feuchte, falsche Wellenart, falsche Grammaturen), um Folgeschäden in nachgelagerten Prozessschritten zu vermeiden
- Vermeidung von Produktionsstörungen durch fehlerhafte Materialien, insbesondere bei zeitkritischen Aufträgen und eng getakteten Rüstfolgen
- Rückverfolgbarkeit durch vollständige Erfassung von Charge, Lieferant und Lieferschein, einschließlich eindeutiger Kennzeichnung und digitaler Ablage
- Schnelle Einleitung von Korrektur- und Reklamationsprozessen bei Abweichungen mit strukturierter Ursachenanalyse und Maßnahmenverfolgung
Der Ablauf einer Wellpappe-Anlieferungskontrolle
Die Durchführung einer Anlieferungskontrolle beginnt üblicherweise mit der visuellen Untersuchung der Transportverpackung. Anschließend wird die Menge der angelieferten Waren geprüft. Selten, aber in bestimmten Fällen, wird auch der physische Zustand der gelieferten Ware durch eine Stichprobenprüfung getestet. Im Anschluss werden die Ergebnisse dokumentiert und eventuell auftretende Abweichungen kommuniziert. Bei kritischen Abweichungen werden betroffene Posten umgehend gesperrt und über einen definierten Eskalationspfad bearbeitet.
- Voranmeldung und Annahme: Abgleich von Avis, Uhrzeitfenster, Kennzeichen und Lieferschein mit Bestellung und Wareneingangsavis. Zusätzlich erfolgt die Prüfung auf Vollständigkeit der Begleitdokumente (z. B. Prüfzeugnisse, Konformitätserklärungen) sowie die Kontrolle des Zeitfensters zur Vermeidung von Staus an der Rampe.
- Sichtprüfung an der Rampe: Kontrolle der Ladeeinheit auf äußere Beschädigungen, Nässe, Verformungen, unzureichende Palettensicherung, intakte Umreifungen und saubere, lesbare Etiketten. Besonderes Augenmerk gilt Kanten- und Flächenschäden, Eindrücken, Geruchsauffälligkeiten und dem Zustand von Abdeckungen/Schutzfolien.
- Mengen- und Identitätsprüfung: Abzählen von Kartonagen/Kolli, Plausibilitätscheck per Wiegen, Scan von Barcodes/Chargen, Abgleich mit Lieferschein und Bestellung. Abweichungen werden eindeutig dokumentiert; Differenzen zwischen Brutto-/Nettomenge oder falsche Artikelnummern führen zu einer Klärung vor der Einlagerung.
- Stichprobenprüfung (risikobasiert): Öffnung ausgewählter Kolli; Kontrolle von Oberflächen, Klebungen, Bedruckung, Planlage, Geruch, Feuchteindizien; Messung kritischer Merkmale nach Prüfanweisung. Bei Wellpappe sind dies u. a. Wellenart (B-, C-, BC-Welle), Flächengewichte, Rillfähigkeit, Stauch- und Kantenqualitäten; bei Bedarf werden Feuchtegehalt, ECT/BCT-indizierte Werte oder Cobb-Aufnahme geprüft.
- Dokumentation: Digitale Erfassung im System (Mengen, Chargen, Ergebnisse), Fotodokumentation bei Auffälligkeiten, Kennzeichnung von freigegebenen bzw. gesperrten Posten. Die Daten werden eindeutig zugeordnet (Zeitsiegel, Bedienerkennung), um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
- Abweichungsmanagement: Sofortige Meldung an Qualitätssicherung/Einkauf, Einrichtung eines Sperrbestands, Einleitung von Korrekturmaßnahmen und Lieferantenrückmeldung. Bei wiederkehrenden Befunden werden Präventivmaßnahmen, Lieferantenaudits oder Anpassungen am Prüfplan angestoßen.
- Einlagerung: Ordnungsgemäße Zuordnung zu Lagerplätzen, Beachtung von FIFO/FEFO und Lagerbedingungen (z. B. Schutz vor Feuchte und mechanischer Belastung). Paletten werden mit klaren Statuskennzeichnungen versehen, um Fehlgriffe im Lager auszuschließen.
Prüfkriterien in der Praxis
- Menge/Identität: Übereinstimmung mit Bestellung, Artikelnummern, Chargen, Etiketteninhalt; eindeutige Zuordnung über Barcodes, QR-Codes oder Klarschrift
- Zustand: Keine Quetschungen, Kantenbeschädigungen, Risse, Verschmutzungen; trockene, geruchsneutrale Ware; keine Anzeichen von Schimmel oder Kondensation
- Spezifikationsmerkmale: Wellenart (z. B. B-, C-, BC-Welle), Flächengewichte, Klebung, Druckbild; bei Bedarf Prüfung von Planlage, Rilltiefe und Maßhaltigkeit
- Ladeeinheit: Stabile Palettierung, intakte Umreifungen/Stretch, keine Überhänge, unbeschädigte Unterlagen; Einhaltung definierter Palettenmaße und Traglasten
- Begleitpapiere: Vollständige, stimmige Lieferscheine, ggf. Prüfzeugnisse und Konformitätsangaben; korrekte Angabe von Chargen-, Los- und Artikelbezeichnungen
Dokumentation und Abweichungsmanagement
Eine lückenlose Erfassung der Ergebnisse ist zentral: Prüfstatus (frei, gesperrt, unter Vorbehalt), Mengen-, Chargen- und Lieferantendaten werden festgehalten. Bei Abweichungen erfolgen Fotobelege, eine Erstbewertung (kritisch/nicht kritisch), Sperrung im System und die Einleitung von Reklamation und Ursachenanalyse. Die Kommunikation mit dem Lieferanten erfolgt strukturiert und nachvollziehbar; Korrekturmaßnahmen und Wiedergutmachungen werden dokumentiert.
Zur nachhaltigen Fehlervermeidung werden systematische Methoden der Ursachenanalyse genutzt (z. B. 5-Why, Ishikawa). Ergebnisse fließen in den Prüfplan und die Lieferantenbewertung ein. Periodische Auswertungen (Fehlerschwerpunkte, Trends, KPIs wie Sperrquote oder PPM) unterstützen die kontinuierliche Verbesserung und die Anpassung des Prüfumfangs an das Risikoprofil.
Die Bedeutung der Anlieferungskontrolle für die Wellpappe-Verpackungsindustrie
Die Anlieferungskontrolle bei Wellpappe und Zulieferteilen ist ein wesentlicher Bestandteil in der Prozesskette in der Verpackungsindustrie. Sie garantiert, dass nur Wellpappe und andere Zulieferteile von hoher Qualität für die Verpackungsproduktion verwendet werden. Dadurch werden die Einhaltung der Qualitätsstandards, die Kundenzufriedenheit und letztendlich der Erfolg des Unternehmens gesichert. Zusätzlich werden Fehlteile und Falschlieferungen frühzeitig identifiziert, was Stillstände vermeidet und die Stabilität der Fertigungsplanung erhöht.
Darüber hinaus stabilisiert eine wirksame Eingangsprüfung den Materialfluss, reduziert Nacharbeit und Ausschuss und verbessert die Planungssicherheit. Sie bildet außerdem die Datengrundlage für Lieferantenbewertungen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse, etwa zur Optimierung von Verpackungskonzepten, Ladeeinheiten und Transportwegen. In Summe trägt sie dazu bei, Qualität, Liefertreue und Wirtschaftlichkeit im gesamten Verpackungskreislauf in Einklang zu bringen.
Vor- und Nachteile von Anlieferungskontrolle
Die Hauptvorteile der Anlieferungskontrolle bestehen in der Sicherstellung der Warenqualität und der Reduzierung von Ausschuss und Fehlern in der Produktion. Damit lässt sich die Kundenzufriedenheit erhöhen und Kosten einsparen. Nachteilig wirken sich meist der erhöhte Zeitaufwand und die damit einhergehenden Kosten für die Durchführung der Kontrollen aus. Außerdem erfordert eine effektive Ausführung der Anlieferungskontrolle speziell geschultes Personal. Ein ausgewogenes, risikobasiertes Konzept sorgt dafür, dass Aufwand und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen.
- Vorteile: Frühzeitiges Erkennen von Transportschäden und Spezifikationsabweichungen; stabile Prozesse; geringere Störanfälligkeit; fundierte Daten für Lieferantenentwicklung.
- Nachteile: Zusätzliche Prozesszeit und Ressourcenbedarf; Investitionen in Prüf- und Messmittel; Schulungsaufwand; potenzielle Wartezeiten an der Rampe.
Praxisbeispiele und typische Auffälligkeiten
- Feuchtebelastung nach Transport bei ungünstigen Witterungsbedingungen; Folgeschäden an Kanten und Flächen
- Verwechslung von Wellenarten oder Grammaturen; fehlende Übereinstimmung mit Spezifikation
- Unzureichende Palettensicherung, Überhänge und Kollapsgefahr von Ladeeinheiten
- Beschädigte Umverpackung, Druckbildfehler oder Klebestellen mit unzureichender Haftung
- Unvollständige oder unklare Lieferscheine und Etiketten; fehlende Chargenangaben
- Falsche Palettenformate, beschädigte Unterlagen oder fehlende Kantenschutzwinkel, die zu Druckstellen führen
- Unzureichende Abdeckung bei Witterung; Kondenswasserbildung nach Temperaturwechseln
Für Vergleich und Orientierung kann eine Übersicht zu sofort verfügbaren standardisierten Verpackungen ab Lager helfen, um Spezifikationsmerkmale, Bezeichnungen und gängige Ausführungen konsistent gegenzuprüfen. Solche Referenzen erleichtern die eindeutige Zuordnung von Artikelvarianten und die Validierung von Etiketteninhalten.
Prozessorganisation, Rollen und Hilfsmittel
- Rollen: Wareneingang (Annahme, Sichtprüfung, Mengenkontrolle), Qualitätssicherung (Stichproben, Bewertung, Freigabe/Sperre), Einkauf (Lieferantenkommunikation), Disposition/Lager (Einlagerung, Bestandsführung)
- Hilfsmittel: Prüfpläne, Checklisten, mobile Scanner, Waagen, Messwerkzeuge, Feuchtemessung, Fotodokumentation
- Daten: Erfassung in ERP/LVS, eindeutige Kennzeichnung, Rückverfolgung bis zur Charge
Abgrenzung und ergänzende Maßnahmen
Die Anlieferungskontrolle grenzt sich von der Warenausgangskontrolle (Versand) und der Inprozesskontrolle (Fertigung) ab. Während im Wareneingang die Konformität der gelieferten Materialien geprüft wird, stellt die Inprozesskontrolle die Qualität während der Verarbeitung sicher. Beide Bereiche liefern Rückmeldungen an Beschaffung und Qualitätssicherung, um Spezifikationen, Verpackungskonzepte und Transportbedingungen zielgerichtet anzupassen.
Prüfumfang, Prüfmethoden und Klimabedingungen
Der Prüfumfang orientiert sich am Risiko: Bei unkritischen Standardartikeln genügt eine reduzierte Sicht- und Mengenprüfung, bei sensiblen Anwendungen (z. B. feuchteempfindliche oder hochbelastete Wellpappen) sind detailliertere Stichproben sinnvoll. Übliche Methoden umfassen Feuchtemessung, Sicht- und Tastprüfung, Maßkontrollen sowie eine Bewertung der Klebung und Planlage. Bei Bedarf können stichprobenhaft ECT-/BCT-nahe Messungen, Cobb-Prüfungen oder Rilltests herangezogen werden. Lager- und Klimabedingungen (Temperatur, relative Luftfeuchte) sind zu dokumentieren, da sie die Eigenschaften von Wellpappe maßgeblich beeinflussen.
Digitalisierung und Kennzahlen
Digitale Checklisten, mobile Datenerfassung und Bilddokumentation erhöhen die Prozesssicherheit. Kennzahlen wie Reklamationsquote, Sperrbestand, Prüfzeit je Ladeeinheit, PPM oder On-Time-Clearing unterstützen die Steuerung. Trends in diesen KPIs bilden die Basis, um Prüfpläne, Lieferantengespräche und Schulungsbedarfe faktenbasiert zu steuern.
Zusammenfassung:
- Die Anlieferungskontrolle ist ein entscheidender Schritt in der Beschaffung von Verpackungen aus Wellpappe, bei dem geprüft wird, ob die gelieferten Waren den vereinbarten Anforderungen entsprechen. Dies umfasst Identität, Menge, Zustand und die Bewertung der Ladeeinheit.
- Durch sie werden mögliche Fehlerquellen wie etwa Schäden oder Qualitätsdefizite an den Verpackungsmaterialien frühzeitig erkannt und können umgehend behoben werden. Dadurch sinken Ausschuss, Nacharbeit und Stillstandzeiten.
- Die aufmerksame Überprüfung der Anlieferung ist von großer Bedeutung für Unternehmen, um ein lückenloses und effizientes Verpackungsmanagement zu gewährleisten und die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen. Eine eindeutige Kennzeichnung ermöglicht zudem eine sichere Rückverfolgung.
- Risikobasierte Prüfpläne, klare Verantwortlichkeiten und eine saubere Dokumentation sind die Basis für verlässliche Entscheidungen (Freigabe, Sperrung, Reklamation). Digitale Tools unterstützen eine konsistente, fehlerarme Erfassung.
- Konsequent angewendet, reduziert die Eingangsprüfung Kosten durch weniger Ausschuss, weniger Stillstände und eine verbesserte Lieferantenqualität. Sie stärkt zudem die Planbarkeit und die Qualitätssicherung über die gesamte Lieferkette.
Veröffentlicht am 04.07.2024
Letzte Überarbeitung am 15.09.2025 um 09:33 Uhr von Sebastian Würth