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Bindungsoptionen
Die Bindungsoptionen haben in der Industrie für Wellpapp-Verpackungen eine entscheidende Rolle inne. Sie sind relevant für Hersteller und beeinflussen die Qualität, Stärke und Beständigkeit der Wellpappe. Gleichzeitig wirken sie sich auf Prozessstabilität, Maschinengeschwindigkeit und die Eignung für unterschiedliche Umgebungsbedingungen (Feuchte, Temperatur, Transportbelastung) aus. Eine passende Auswahl stellt sicher, dass Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand und Stapelfestigkeit im vorgesehenen Einsatz erreicht werden. Darüber hinaus beeinflussen geeignete Bindungsoptionen die Maßhaltigkeit, die Wiederholgenauigkeit in der Serie, den Energieeinsatz sowie die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und tragen somit wesentlich zur Prozesssicherheit entlang der gesamten Lieferkette bei.
Definition: Was versteht man unter Bindungsoptionen?
Unter Bindungsoptionen versteht man die unterschiedlichen Verfahren zur Verbindung verschiedener Schichten und Materialarten, die in der Produktion von Wellpappe angewendet werden. Sie beinhalten unter anderem das Kleben, Heften und Binden und sind abhängig vom verwendeten Rohmaterial und den spezifischen Anforderungen des Endprodukts. Im weiteren Sinne werden auch thermische oder mechanische Verfahren einbezogen, die Verbunde fixieren oder Verschlüsse stabilisieren. Ziel ist stets eine reproduzierbare, belastbare und materialgerechte Verbindung mit definierter Festigkeit.
Bindungsoptionen werden anhand der geforderten Festigkeitskennwerte, der Umgebungsbedingungen im Einsatz (z. B. Kühlkette, Exportklima) und der Fertigungsbedingungen (Takt, Anpressdrücke, Temperaturfenster) ausgewählt. Sie dienen als fester Bestandteil von Spezifikationen und Werksstandards und ermöglichen die verlässliche Herstellung funktionaler, lager- und transportstabiler Wellpapp-Verpackungen.
Arten der Bindungsoptionen in der Wellpappe
Im Bereich der Wellpappe sind verschiedene Arten von Bindungsoptionen gängig. Vor allem das Kleben, das durch die Verwendung verschiedener Leimarten ermöglicht wird, ist weit verbreitet. Dazu zählen beispielsweise stärkehaltige Klebstoffe (etwa auf Basis von Weizen-, Mais- oder Kartoffelstärke), die eine stabile Verbindung gewährleisten. Daneben kommen Dispersionssysteme und Hotmelt-Klebstoffe zum Einsatz, insbesondere für Verschlüsse und Spezialanwendungen. Die Heftung als weitere Option findet Verwendung, wenn besonders stabile Verbindungen benötigt werden. Mittels Metallklammern werden die Lagen verbunden, was vor allem bei schweren Gütern von Vorteil ist. Das Binden rundet das Portfolio an Bindungsmöglichkeiten in der Wellpappe ab. Hierbei werden die Schichten mittels Bändern zusammengehalten. Dies findet beispielsweise bei der Verpackung von Obst und Gemüse Anwendung. Ergänzend kann bei geeigneten Verbundstoffen das thermische Verschweißen eingesetzt werden, um dichte, fugenlose Verbindungen zu realisieren.
Kleben
Beim Kleben werden Wellbahn und Deckenpapiere beziehungsweise Zuschnitte über Leime oder Klebstoffe verbunden. Typisch sind stärkehaltige Leime (z. B. auf Basis von Weizen-, Mais- oder Kartoffelstärke) für die kontinuierliche Fertigung auf der Maschine, daneben kommen Dispersionsklebstoffe (PVA), Hotmelt-Systeme oder spezielle Haftkleber für Faltschachtelverschlüsse zum Einsatz. Wichtige Einflussgrößen sind Leimviskosität, Temperatur, Auftragsmenge, Anpressdruck, offene Zeit und die Papierfeuchte. Eine korrekt eingestellte Klebung erhöht die Schäl- und Scherfestigkeit und stützt damit ECT/BCT-Werte. In der Praxis sind zudem Feststoffgehalt, pH-Wert, Gelatinierungstemperatur, Benetzungsverhalten und das Auftragsprofil (z. B. Walzen-, Düsen- oder Sprühauftrag) entscheidend. Für lebensmittelnahe Anwendungen sind migrationsarme Systeme und stabile Klebstoffe mit gutem Wiederaufschluss im Papierkreislauf von Vorteil.
- Vorteile: gleichmäßige Flächenhaftung, gutes Recyclingverhalten (wasserbasierte Systeme), hohe Liniengeschwindigkeiten möglich.
- Grenzen: Empfindlichkeit gegenüber Feuchte bei ungeeigneter Rezeptur, Bedarf an Prozesskontrolle (Temperatur, Feuchte, Bahnspannung).
- Zusatzaspekte: anpassbar an verschiedene Papierqualitäten (Primär- und Recyclingfasern), geeignet für automatisierte Qualitätsüberwachung (z. B. Bahninspektion, Leimauftragskontrolle).
- Hinweise: sorgfältige Leimküchenführung, standardisierte Messmethoden (z. B. Viskosität über Auslaufbecher) und definierte Anpresszonen erhöhen die Prozessfähigkeit.
Heftung
Die Heftung verbindet Lagen oder Verschlussklappen mittels Klammern (z. B. Stahl, verzinkt). Sie wird häufig bei schweren, großvolumigen oder stoßempfindlichen Inhalten genutzt, etwa bei Transportkisten oder Sonderverpackungen. Parameter sind Klammertyp, Schenkellänge, Spreizwinkel, Heftabstand und Eindringtiefe. Eine fachgerechte Heftung verhindert Klammerausrisse und Materialschädigung. Unterschieden wird häufig zwischen Innen- und Außenheftung; die Auswahl beeinflusst das Handling, die Oberfläche und die Eignung für Fördertechnik. Für Serienprozesse sind konstante Drahtqualität, korrekt eingestellte Ambosse und regelmäßige Wartung der Heftaggregate maßgeblich.
- Vorteile: hohe Anfangsfestigkeit, unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit, sofort belastbar.
- Grenzen: zusätzlicher Materialeintrag (Metall), potenziell scharfkantige Stellen, Aufwand in der Qualitätskontrolle (Sitz/Tiefe).
- Zusatzaspekte: geeignet für hohe Kantenbelastungen und lange Transportwege, kompatibel mit vielen Sonderkonstruktionen (z. B. Mehrwegkisten aus Schwerwellpappe).
- Hinweise: Schutzelemente an Kontaktpunkten und entgratete Klammern reduzieren Beschädigungen an Inhalt und Peripherie.
Binden (Umreifen)
Unter Binden wird das Umreifen mit Bändern verstanden, die Zuschnitte, Bündel oder fertige Packstücke sichern. Verwendet werden PP- oder PET-Umreifungsbänder, seltener textile Bänder oder Papierbänder. Die Bandspannung, Kantenauflage und der Einsatz von Kantenschutz beeinflussen die Stabilität und die Oberflächenschonung. Verschlussarten sind beispielsweise Reibschweißung, Hülsen- oder Klemmenverschluss; die Auswahl richtet sich nach Gewicht, Kantenempfindlichkeit und gewünschter Wiederlösbarkeit. Handgeräte, Tischmaschinen und vollautomatische Umreifer ermöglichen skalierbare Prozesse von Kleinserien bis zu Hochleistungslinien.
- Vorteile: schnelle Sicherung von Bündeln, flexible Fixierung unterschiedlicher Formate, wiederlösbar.
- Grenzen: punktuelle Lastübertragung, Gefahr von Kantenquetschung ohne Kantenschutz, begrenzte Quersteifigkeit.
- Zusatzaspekte: Wahl von Bandbreite und -stärke gemäß Lastfall verbessert Formstabilität und Transportsicherheit.
- Hinweise: kontrollierte Bandspannung und geeignete Kantenschutzelemente vermeiden Druckstellen und Weißbruch an Rillungen.
Verschweißen (spezielle Anwendungen)
Thermisches Verschweißen spielt bei papierbasierten Verbunden eine untergeordnete Rolle, kann aber bei beschichteten oder folienhaltigen Komponenten (z. B. Beutel, Versandtaschen mit Kunststoffanteil) relevant sein. Es erzeugt eine dichte, fugenlose Verbindung, erfordert jedoch geeignete Materialkombinationen und Prozessfenster (Temperatur, Zeit, Druck). Alternativ kommen heißsiegelfähige Lacke oder Ultraschallverfahren in Frage, sofern die Verbundstruktur entsprechende Siegelschichten enthält und die Temperaturführung exakt beherrscht wird.
Kombinationsverfahren
In der Praxis werden Kleben und Heften oder Kleben und Binden kombiniert, um sowohl Flächenhaftung als auch mechanische Sicherung zu erreichen. Dadurch lässt sich die Funktionssicherheit unter wechselnden Klimabedingungen und Lastfällen erhöhen. Häufig wird in kritischen Bereichen (z. B. hoch belastete Klappen, Stapelkanten) mechanisch gesichert, während flächige Bereiche verklebt werden. So entstehen robuste Verbindungen mit guter Maßhaltigkeit und definierter Restelastizität.
Einsatzbereiche der Bindungsoptionen
Welche Bindungsoption in der Wellpappenproduktion eingesetzt wird, wird stark von den Anforderungen der Verpackung und dem Produkt selbst bestimmt. Schwere Gegenstände erfordern stabile Bindungsverfahren wie Heften und Binden. Gleichzeitig kann durch den Einsatz spezieller Klebstoffe die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit oder die Fähigkeit zur Kompostierung über das Bindungsverfahren gesteuert werden. Für E-Commerce-, Industrie- oder Shelf-Ready-Verpackungen gelten teils unterschiedliche Prioritäten: schnelle Verarbeitung, sichere Verschlüsse, Kantenstabilität und eine definierte Öffnungsfunktion.
Leichte bis mittelgewichtige Inhalte profitieren häufig von flächigen Klebungen, die eine homogene Lastverteilung fördern. Für frische Ware (z. B. Obst/Gemüse) sind umreifte Trays und Kisten verbreitet, um Belüftung, schnelle Handhabung und Wiederverwendbarkeit der Sicherung zu vereinen. In automatisierten Linien zählen reproduzierbare Prozessparameter, definierte Rillbilder und passgenaue Zuschnitte. Dazu gehören auch praktische Hinweise zu Abmessungen und Toleranzen, die die Qualität der Verbindung und die Maßhaltigkeit der Endprodukte unterstützen.
Für feuchte oder gekühlte Lieferketten sind wasserbeständigere Klebstoffe und mechanische Sicherungen sinnvoll. Bei Exportanwendungen mit hoher Stapellast wirkt die Wahl der Bindungsoption auf Kantenstauchwiderstand, Box Compression und Transportsicherheit. In klimatisch anspruchsvollen Regionen (z. B. hohe relative Feuchte) können zusätzliche Sicherungen oder modifizierte Rezepte erforderlich sein, um Festigkeitsabfälle zu kompensieren.
Vor- und Nachteile von Bindungsoptionen
Bindungsoptionen bieten unterschiedliche Vorteile, die sich jeweils auf den konkreten Anwendungsfall und die Anforderungen in der Wellpappenproduktion beziehen. So bieten Klebeverbindungen eine hohe Flexibilität und sind die kostengünstigste Variante, jedoch können sie bei Feuchtigkeit ihre Bindungskraft verlieren. Heftungen hingegen sind besonders stabil, benötigen jedoch spezielles Equipment und sind kostspieliger. Bindungen sind ideal für leichte Produkte, sind jedoch weniger widerstandsfähig bei hohen Gewichten. Für Verbundstoffe mit schweißfähigen Schichten bietet das Verschweißen dichte Verbindungen, erfordert jedoch enge Prozessfenster und geeignete Materialien.
- Kleben: gute Flächenhaftung, geeignet für hohe Taktzahlen; ggf. empfindlich bei hoher Luftfeuchte ohne angepasste Rezeptur.
- Heftung: sehr robuste Anfangsfestigkeit; zusätzlicher Materialeintrag und potenzielle Beeinträchtigung der Recyclingkette durch Metallanteile.
- Binden: flexibel, schnell, wiederlösbar; punktuelle Lastübertragung erfordert Kantenschutz bei empfindlichen Oberflächen.
- Verschweißen: dichte Verbindung bei geeigneten Verbundstoffen; benötigt thermisch schweißfähige Schichten und präzise Prozessführung.
- Kombinationen: erhöhte Sicherheit, aber höhere Prozesskomplexität und Abstimmungsaufwand.
- Zusatznutzen: abgestimmte Bindungsoptionen verbessern Prozessfähigkeit, reduzieren Ausschuss und fördern Maßhaltigkeit bei variierenden Klimabedingungen.
Prozessparameter und Qualitätssicherung
Für eine stabile Verbindung sind Material- und Prozessparameter abzustimmen: Papierqualität und Feuchte, Leimeigenschaften, Temperaturführung, Anpressdruck und Verweilzeit. Relevante Prüfgrößen sind Schäl- und Scherfestigkeit von Verklebungen, Klammerauszug und -sitz bei Heftungen sowie Haltekraft und Bandspannung beim Umreifen. Zusätzlich sichern statistische Prozesskontrolle, definierte Grenzmuster und regelmäßige Kalibrierungen der Messmittel die Reproduzierbarkeit. Prüfumgebungen sollten den Einsatzbedingungen entsprechen, um belastbare Aussagen zur Funktionsfähigkeit der Verpackung zu liefern.
- Klimaprüfungen (z. B. 23 °C/50 % r. F. sowie erhöhte Feuchte) zur Bewertung der Festigkeit unter Einsatzbedingungen.
- Mechanische Tests wie ECT/BCT zur Ableitung der Trag- und Stapelfestigkeit.
- Visuelle und haptische Kontrollen: Leimauftragsbild, Klammerform, Bandlage und Kantenschutz.
- Prozessfähigkeit: Konstanz von Viskosität, Temperatur, Takt und Anpresskräften über die Fertigungslose.
- Dokumentation: Prüfpläne, Rückverfolgbarkeit und definierte Freigabekriterien minimieren Abweichungen und Reklamationsrisiken.
Nachhaltigkeit und Recyclingaspekte
Wasserbasierte Klebungen sind üblicherweise gut in Fasersystemen wieder auflösbar. Mechanische Elemente wie Klammern müssen im Recyclingprozess separiert werden; dies kann Aufwand verursachen. Umreifungsbänder aus PP/PET werden getrennt erfasst, Kantenschutz aus Papier kann dem Faserstrom zugeführt werden. Materialhomogenität und minimierter Fremdstoffeintrag erleichtern die Wiederverwertung der Wellpappfraktionen. Ein reduzierter Einsatz von metallischen Bestandteilen sowie die Auswahl gut ablösbarer Klebstoffe unterstützen die Kreislaufführung. Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt sind migrationsarme Systeme sowie sauber trennbare Komponenten relevant.
Typische Fehlerbilder und Abhilfe
- Klebeversagen (Delamination, unvollständige Benetzung): Leimviskosität, Temperatur, Menge und Anpressdruck prüfen und anpassen.
- Klammerausriss: Klammerlänge, Heftabstand, Eindringtiefe sowie Papierfestigkeit und Rillqualität optimieren.
- Bandverschiebung oder Kantenquetschung: Bandspannung reduzieren, Kantenschutz einsetzen, Auflageflächen verbreitern.
- Feuchtebedingte Festigkeitsabfälle: Rezeptur für feuchte Umgebungen wählen, mechanische Sicherung ergänzen, Lagerbedingungen stabilisieren.
- Fadenziehen bei Hotmelt: Düsengeometrie, Temperaturfenster und Abreißgeschwindigkeit anpassen; Kontaminationen vermeiden.
- Maßabweichungen an Verschlussklappen: Rillbild, Zuschnittgenauigkeit und Anpresszonen prüfen; Maschinenzüge harmonisieren.
Zusammenfassung:
- Bindungsoptionen sind essenzielle Werkzeuge für Unternehmen, die Verpackungen, insbesondere aus Wellpappe, benötigen. Diese Optionen ermöglichen es, verschiedene Bauteile sicher zusammenzuhalten.
- Es gibt mehrere Arten von Bindungsoptionen wie Heften, Kleben und Verschweißen, die je nach Bedarf und Produktbeschaffenheit zum Einsatz kommen. Firmen, die Wellpappe nutzen, profitieren von der Vielfalt dieser Möglichkeiten.
- Die richtige Wahl der Bindungsoptionen kann einen erheblichen Einfluss auf die Qualität und Haltbarkeit der Verpackung haben. Damit sichern sie den optimalen Schutz und die Präsentation des verpackten Produkts.
- Die Entscheidung richtet sich nach Lastfall, Umgebungsbedingungen, Materialeigenschaften und Prozessfähigkeit; Kombinationen erhöhen die Sicherheit bei wechselnden Anforderungen.
- Qualitätssicherung mittels geeigneter Prüfungen (z. B. Schäl-/Scherfestigkeit, ECT/BCT) und stabiler Prozessparameter ist für reproduzierbare Ergebnisse entscheidend.
- Recyclingfreundliche Lösungen bevorzugen wasserbasierte Klebungen und minimieren Fremdstoffeinträge; mechanische Elemente sind gezielt zu separieren.
- Eine sorgfältige Abstimmung von Konstruktion, Bindungsoption und Fertigungsprozess führt zu robusten, maßhaltigen und klimastabilen Wellpapp-Verpackungen mit verlässlicher Performance im Einsatz.
Veröffentlicht am 26.08.2024
Letzte Überarbeitung am 30.09.2025 um 16:08 Uhr von Sebastian Würth