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PET-Folie (Polyethylenterephthalat)
Die PET-Folie, auch bekannt als Polyethylenterephthalat, ist ein bedeutender Bestandteil in der Welt der Wellpappe-Verpackungen. Ihre Vielseitigkeit und hervorragenden Eigenschaften machen sie zu einer gefragten Komponente. In Kombination mit Kartonagen ermöglicht sie transparente Sichtfenster, funktionale Barrieren und stabile Oberflächen. Durch definierte Materialstärken, unterschiedliche Oberflächenqualitäten und spezifische Veredelungen kann PET-Folie zielgenau auf Anforderungsprofile in Lagerung, Transport und Präsentation abgestimmt werden. Ergänzend bietet sie eine gute Formstabilität, eine verlässliche Maßhaltigkeit und eine reproduzierbare Performance in Serienprozessen, was insbesondere bei automatisierten Verpackungslinien von Bedeutung ist.
Definition: Was versteht man unter der PET-Folie (Polyethylenterephthalat)?
Polyethylenterephthalat, kurz PET, ist eine Art von Kunststoff, der in vielen Bereichen eingesetzt wird. Besonders bekannt ist dieser Stoff in Form von PET-Flaschen, die weltweit für die Lagerung von Getränken verwendet werden. Doch diese Flaschen sind nur eine von unzähligen Anwendungen für PET. In der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen werden häufig PET-Folien eingesetzt, die beispielsweise als Sichtfenster in der Verpackung dienen können. Solche Folien sind transparent oder transluzent, in verschiedenen Dicken verfügbar und zeichnen sich durch hohe mechanische Stabilität, gute Dimensionsstabilität und eine im Vergleich zu vielen anderen Kunststoffen günstige Gas- und Feuchtigkeitsbarriere aus. Zusätzlich lassen sich Oberflächenenergie, Glanzgrad und Haze in weiten Bereichen einstellen, was die Folie für unterschiedliche Druck- und Kaschierprozesse qualifiziert.
Im Folienbereich ist häufig von biorientierter PET-Folie (BOPET) die Rede. Diese Variante wird in Längs- und Querrichtung gereckt und erhält dadurch ihre typische Kombination aus Festigkeit, Steifigkeit und Temperaturbeständigkeit. Neben klaren Folien existieren matte, antibeschlag- und UV-stabilisierte Ausführungen sowie Folien mit erhöhter Oberflächenspannung für die zuverlässige Bedruckung. Weiterhin sind antistatische, kratzresistente und leichttrennende (Easy-Peel) Varianten verfügbar, die je nach Anforderungsprofil in Verpackungsprozessen Vorteile bieten.
Herstellungsprozess der PET-Folie
Die PET-Folie entsteht industriell nicht durch Streckblasformen (dieses Verfahren ist typisch für Flaschen), sondern durch Extrusion und anschließende biaxiale Orientierung mit thermischem Fixieren. Dabei wird das Polymergranulat aufgeschmolzen, zu einem Filmstrang extrudiert und rasch auf einer Kühlwalze oder einem Kühlband verfestigt (Gießen/Quenchen). Anschließend erfolgt das geregelte Recken in Maschinen- und Querrichtung (Tenter-Verfahren), gefolgt vom Heat-Setting, um die Formstabilität und Temperaturbeständigkeit zu erhöhen. Das kontrollierte Spannungsabbauen während des Heat-Settings minimiert Schrumpfneigung und sorgt für eine niedrige Restspannung, was eine präzise Weiterverarbeitung begünstigt.
Typische Dicken reichen von etwa 8 bis 250 µm. Die Oberflächen werden oft durch Korona- oder Plasmavorbehandlung für das Bedrucken, Kaschieren oder Verkleben optimiert. Für spezielle Anforderungen existieren coextrudierte Schichten, die etwa bessere Siegeleigenschaften oder Antifog-Effekte bereitstellen. Ergänzend können Primer- oder Haftvermittlerschichten aufgebracht werden, um die Adhäsion in Verbunden zu stabilisieren und Delaminationen vorzubeugen. Produktionsbegleitende Inline-Messungen (z. B. Dicke, Trübung, Gelpartikel) unterstützen eine gleichbleibende Qualität.
Anwendung von PET-Folie in der Wellpappe-Industrie
PET-Folie ist aufgrund ihrer Eigenschaften für die Verpackungsbranche äußerst interessant. Die Verwendung von PET-Folie bietet den großen Vorteil, dass sie transparent ist und somit ein direkter Blick auf das Produkt ermöglicht wird. Darüber hinaus kann sie als Barriere gegen Feuchtigkeit und Sauerstoff eingesetzt werden. Außerdem zeichnet sie sich durch eine hohe Reißfestigkeit und Temperaturbeständigkeit aus. In klimatisch wechselhaften Umgebungen bleibt sie dimensional stabil, was Passgenauigkeit und optische Qualität in der Anwendung unterstützt.
In Wellpappe- und Karton-Anwendungen kommt PET-Folie vor allem als Sichtfenster zum Einsatz, etwa bei Faltschachteln, Versandkartons mit Produktfenster oder Displays. Weitere Anwendungen sind:
- Kaschierung von Außendecken zur Erhöhung der Kratzfestigkeit und zur Erzielung definierter Glanz- bzw. Mattgrade.
- Mechanische Verstärkung lokaler Bereiche (z. B. an Öffnungen oder Griffmulden) durch Einlage schmaler PET-Streifen.
- Bedruckte Folien als Informations- oder Dekorebene, wenn eine direkte Bedruckung der Wellpappe nicht ausreicht.
- Feuchtigkeitsmanagement in Kombination mit geeigneten Klebstoffen und Kaschieraufbauten, um kurzzeitigen Umwelteinflüssen standzuhalten.
Für die Verarbeitung sind saubere Schnittkanten, passgenaue Stanzformen und geeignete Klebstoffe (z. B. Dispersions- oder Hotmelt-Klebstoffe) entscheidend. Bei Fensterverpackungen werden Folienstreifen häufig automatisch zugeführt, zugeschnitten und präzise verklebt. Optional können Abreißhilfen, Rillungen oder feine Stanzungen integriert werden, um die Trennung von Folie und Faserstoff nach der Nutzung zu erleichtern. Ebenso bewährt sich die Integration von Mikroperforationen zur Vermeidung von Kondensatbildung in feuchten Umgebungen oder zur gezielten Belüftung empfindlicher Produkte.
Materialeigenschaften und technische Kennwerte
- Mechanik: Hohe Reiß- und Durchstoßfestigkeit, hoher E-Modul und gute Abriebfestigkeit.
- Thermik: Glasübergang typischerweise um 70–80 °C, kurzzeitig erhöhte Temperaturbeständigkeit; dimensionsstabil bei moderater Wärmeeinwirkung.
- Barriere: Bessere Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere als viele Polyolefinfolien; in kaschierten Verbünden weiter optimierbar.
- Optik: Geringer Haze bei klaren Qualitäten, gute Brillanz; matte Varianten für blendfreie Ansichten.
- Oberfläche: Für Haftung und Bedruckbarkeit oft vorbehandelt; definierter Reibbeiwert (COF) unterstützt die Weiterverarbeitung.
- Chemische Beständigkeit: Gegen zahlreiche Fette und Öle resistent; Medienbeständigkeit ist applikationsspezifisch zu prüfen.
Ergänzend sind Kennzahlen wie WVTR (Wasserdampf-Durchlässigkeit) und OTR (Sauerstoff-Durchlässigkeit) relevant, wenn Produkte gegenüber Feuchte oder Oxidation sensibel sind. Transparenz und Glanz (Haze/Gloss) bestimmen die Sichtfensterqualität, während Schrumpfwerte und Planlage die Passgenauigkeit beim Kaschieren und Stanzen beeinflussen.
Verarbeitungsschritte in der Praxis
Fensterstanzen und Einbringen der Folie
Nach dem Stanzen der Fensterkontur wird die PET-Folie passend konfektioniert und verklebt. Für klare Sicht und dauerhaften Halt sind staubfreie Bedingungen, konstante Folienstärke sowie geeignete Klebstoffe wichtig. Bei bedruckten Folien ist die Ausrichtung zur Stanzkontur zu berücksichtigen. Eine gleichmäßige Anpressung und definierte Aushärtezeiten reduzieren Lufteinschlüsse, Wellenbildung und spätere Delamination. Für filigrane Konturen empfiehlt sich eine exakt geschliffene Stanzlinie, um Gratbildung und Weißbruch zu vermeiden.
Kaschierung und Veredelung
Bei kaschierten Oberflächen bestimmt die Kombination aus Folienstärke, Klebstoffsystem und Wellpappenqualität die Planlage und die Weiterverarbeitbarkeit. Mattfolien reduzieren Spiegelungen, glänzende Folien verstärken den visuellen Kontrast von Druckbildern. Primer und Haftvermittler stabilisieren die Adhäsion in mehrlagigen Verbünden. Eine definierte Bahnspannung und klimakonditionierte Verarbeitung (Temperatur/rel. Feuchte) verbessern die Konturtreue und minimieren Welligkeit.
Lebensmittelkontakt und Normen
Für Anwendungen mit möglichem Lebensmittelkontakt sind die jeweiligen regulatorischen Vorgaben (z. B. EU-Verordnung Nr. 10/2011) und Migrationsprüfungen einzuhalten. Eine geeignete Spezifikation der Folie und der eingesetzten Klebstoffe ist hierfür erforderlich. Zusätzlich sind sensorische Prüfungen (Geruch, Geschmack) und gegebenenfalls Konformitätserklärungen für alle Komponenten im Verbund zu berücksichtigen.
Vor- und Nachteile von PET-Folie (Polyethylenterephthalat)
Die positive Eigenschaften der PET-Folie sind vielfältig: Sie hat eine hohe Reiß- und Durchstoßfestigkeit, ist witterungsbeständig und hat hervorragende Barriereeigenschaften gegen Gas und Feuchtigkeit. Dank ihrer Transparenz eignet sie sich hervorragend als Sichtfenster in Verpackungen. Doch trotz ihrer Vorteile gibt es auch einige Nachteile. Einer der größten Nachteile ist die Tatsache, dass es sich um einen Kunststoff handelt, dessen Herstellung nicht nachhaltig ist und der nur schwer abbaubar ist. Daher müssen Unternehmen bei der Verwendung von PET-Folie immer auch die Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen. In vielen Fällen lässt sich die Ökobilanz durch den Einsatz von Recyclingmaterial (rPET), materialeffiziente Konstruktionen und trennfreundliche Designs verbessern.
- Vorteile: Gute Kombination aus Transparenz, Stabilität und Barriere; hohe Maßhaltigkeit; gute Bedruckbarkeit; in vielen Dicken und Oberflächen erhältlich.
- Nachteile: Fossile Rohstoffbasis (bei Neuware), nicht biologisch abbaubar; Trennung von Folie und Faserstoff im Recyclingprozess von Kartonagen erforderlich.
- Gestaltung für Recycling: Konstruktionen mit leicht entnehmbaren Fenstern, markierten Trennhilfen oder geeigneten Klebstoffen erleichtern die sortenreine Entsorgung. Nützlich sind hierzu weiterführende Informationen zur Perforation in Fensterverpackungen.
- Ressourcenschonung: Einsatz von recycelter PET-Folie (rPET), Reduktion der Folienstärke und optimierte Zuschnittpläne verringern Materialeinsatz.
Als zusätzliche Abwägung empfiehlt sich die Betrachtung der gesamten Prozesskette: Energieeinsatz bei der Folienherstellung, Transportwege, Ausschussquoten in der Weiterverarbeitung sowie die Wiederverwertbarkeit der Gesamtkonstruktion tragen zur Gesamteinschätzung bei.
Qualitätssicherung und Spezifikation
Für konsistente Ergebnisse sollten Kennwerte wie Dicke, Dickentoleranz, Reißfestigkeit, Weiterreißwiderstand, Durchstoßarbeit, Oberflächenspannung und optische Parameter (Haze, Glanz) spezifiziert und chargenweise geprüft werden. In der Weiterverarbeitung sind Prozessfenster für Klebung, Rillung und Stanzen zu definieren, um eine reproduzierbare Qualität zu sichern. Ergänzende Prüfungen wie COF-Messungen (Gleiteigenschaften), Schrumpfbestimmungen bei definierter Temperatur sowie klimatische Alterungstests (Temperatur-/Feuchtewechsel) liefern zusätzliche Sicherheit für den Einsatz in anspruchsvollen Lieferketten.
Alternativen und Abgrenzung
Alternativ werden je nach Anforderung Folien aus PP, PE oder biobasierten Materialien genutzt. Gegenüber diesen Alternativen bietet PET-Folie häufig eine höhere Steifigkeit und bessere Temperaturstabilität, während Polyolefine mitunter Vorteile bei der Siegelbarkeit aufweisen. Die Auswahl richtet sich nach Barrierebedarf, Optik, Weiterverarbeitung und den Vorgaben zur Entsorgung. In Anwendungen mit sehr hoher Durchstoßfestigkeit oder extremer Knickbeanspruchung können auch Polyamid- oder Spezialverbunde in Betracht gezogen werden; bei rein mechanischer Schutzfunktion und geringem Barrierebedarf sind Polyolefine oft ausreichend.
Lagerung, Handling und Verarbeitungsklima
PET-Folie sollte trocken, staubfrei und vor direkter UV-Strahlung geschützt gelagert werden. Empfohlen sind konstante Bedingungen (z. B. 18–23 °C, moderate relative Luftfeuchte), um Dimensionsänderungen und elektrostatische Aufladungen zu minimieren. Vor der Verarbeitung ist eine ausreichende Akklimatisierung an die Produktionsumgebung sinnvoll. Scharfe Werkzeuge reduzieren Kantenrisse und Spannungsweißbruch; antistatische Maßnahmen verbessern die Bahnführung und Sauberkeit im Fensterbereich.
Druck- und Klebstoffkompatibilität
Für die Bedruckung (z. B. Flexo-, Offset- oder Digitaldruck) ist eine geeignete Vorbehandlung oder Primerung der PET-Oberfläche wichtig, damit Farben gleichmäßig anlaufen und eine ausreichende Haftung erzielen. Bei Klebungen mit Dispersions- oder Schmelzklebstoffen sollten Benetzbarkeit, Kontaktzeit, Auftragmenge und Anpressdruck aufeinander abgestimmt sein. Eine anwendungsspezifische Vorprüfung (Haftabzug, Gitterschnitttest) minimiert das Risiko von Delamination und gewährleistet eine stabile Verbundqualität.
Häufige Fehlerbilder und Abhilfe
- Blasen-/Einschlüsse: Ursache oft Staub, ungleichmäßiger Klebstoffauftrag oder zu geringe Anpressung; Abhilfe durch Reinraumzonen, definierte Auftragsmengen und Walzendruck.
- Welligkeit/Planlageprobleme: Häufig Spannungsunterschiede oder Klimaschwankungen; Bahnspannung, Temperierung und Akklimatisierung optimieren.
- Delamination: Unzureichende Oberflächenenergie oder falsches Klebstoffsystem; Vorbehandlung/Primer prüfen und Haftungstests durchführen.
- Verkratzen der Oberfläche: Ungeeignete Fördertechnik oder Reibungspunkte; Materialführung anpassen, Schutzfolien in kritischen Zonen einsetzen.
Nachhaltigkeit und Recyclingpfade
Die werkstoffliche Verwertung von PET ist etabliert und ermöglicht den Einsatz von rPET in Folienanwendungen, sofern Qualität und Reinheit gewährleistet sind. Trennfreundliche Konstruktionen (lösbare Klebungen, definierte Abziehstreifen) erleichtern die sortenreine Erfassung. Bei fensterlosen Alternativen oder papierbasierten Lösungen sollten die funktionalen Anforderungen (Transparenz, Barriere, Abriebschutz) gegen die Vorteile einer vereinfachten Faserrückführung abgewogen werden.
Zusammenfassung:
- PET-Folie ist ein flexibles und widerstandsfähiges Material, das in der Verpackungsindustrie wegen seiner hervorragenden Schutzfunktionen weit verbreitet ist.
- Diese Folie kann effektiv mit Wellpappe kombiniert werden, um robuste und dennoch leichte Verpackungen zu erstellen, welche die Sicherheit und Qualität von Produkten während des Transports und der Lagerung gewährleisten.
- Polyethylenterephthalat ist außerdem umweltfreundlich, da es recycelbar ist, was eine wichtige Überlegung für umweltbewusste Unternehmen sein kann.
- Für Sichtfenster, Kaschierungen und lokale Verstärkungen bietet PET-Folie eine ausgewogene Kombination aus Transparenz, Barriere und mechanischer Stabilität.
- Durch geeignete Konstruktion, trennfreundliche Gestaltung und den Einsatz von rPET lässt sich die Umweltbilanz verbessern, ohne die Funktion im Gebrauch zu beeinträchtigen.
Veröffentlicht am 02.07.2024
Letzte Überarbeitung am 23.10.2025 um 12:27 Uhr von Julia Kopp