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Serienverpackung
Die Welt der Verpackungen ist groß und vielfältig. Insbesondere im Bereich der Wellpappe eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Ein Kernstück dieser Vielfalt ist die Serienverpackung. Sie repräsentiert maßgebliche Techniken und Verfahren zur Gestaltung, Herstellung und Verwendung von Wellpappen-Verpackungen. Serienverpackung steht dabei für wiederholbare, definierte Prozesse mit gleichbleibender Qualität, die auf Effizienz, Prozesssicherheit und verlässliche Materialeigenschaften ausgelegt sind. Ergänzend umfasst der Begriff die systematische Planung von Losgrößen, Abrufstrategien und Prüfplänen, die eine gleichbleibende Maßhaltigkeit, stabile Funktion und ein konsistentes Druckbild über viele Chargen hinweg sicherstellen. In modernen Produktionsumgebungen werden dafür CAD-Daten, Freigabemuster, Erstbemusterungen und dokumentierte Prüfberichte genutzt, um Freigabestände und Requalifikationen nachvollziehbar abzubilden.
Definition: Was versteht man unter Serienverpackung?
Serienverpackungen, auch Massenverpackungen genannt, sind standardisierte Verpackungslösungen, die in hohen Stückzahlen hergestellt und verwendet werden. Sie zeichnen sich durch ihre einheitliche Struktur und ihr identisches Aussehen aus. Durch ihre serienmäßige Produktion können Kosten gesenkt und die Effizienz beim Verpackungsprozess gesteigert werden. Typische Beispiele für Serienverpackungen sind Pizzakartons, Versandkartons oder Getränkeverpackungen. Darüber hinaus umfasst der Begriff sowohl marktübliche Standardgrößen als auch kundenspezifische Serienartikel mit festgelegten Spezifikationen (z. B. definierte Rillabstände, werkzeuggebundene Stanzkonturen und fest vereinbarte Prüfwerte). Im Unterschied zur Einzel- oder Kleinserienfertigung stehen bei der Serienverpackung Wiederholbarkeit, gleichbleibende Toleranzen und eine planbare Versorgung im Vordergrund. Ergänzend spielen Aspekte wie Mindestabnahmemengen, Abrufrhythmus (z. B. Kanban- oder Rahmenabrufe), standardisierte Palettierung sowie eine eindeutige Artikelnummerierung eine wichtige Rolle, damit Beschaffung, Fertigung und Logistik effizient miteinander verzahnt werden.
Konstruktive Ausführungen und Formate
Serienverpackungen basieren häufig auf bewährten Konstruktionsprinzipien (z. B. gängige Faltkarton-Bauarten, Stülpdeckelkartons, Trays) und sind auf definierte Maße und Toleranzketten ausgelegt. Entscheidend sind die Innen- und Außenmaße, Rilllinien, Klebelaschen und Funktionsdetails wie Einstecklaschen, Grifföffnungen, Sichtfenster oder Abreißkanten. Für die passgenaue Auslegung sind relevante Abmessungen für Serienverpackungen verstehen und anwenden ein zentraler Aspekt neben der Bauteilauslegung des zu verpackenden Produkts. Ergänzend kommen Öffnungshilfen, Einlagen und konstruktive Polsterzonen zum Einsatz, um Produktschutz und Handhabung zu verbessern. Häufig orientiert sich die Entwicklung an etablierten Bauartenkatalogen und Modulrastern, damit verschiedene Verpackungstypen innerhalb einer Produktfamilie aufeinander abgestimmt sind. Dabei werden Fügearten (z. B. Längsnaht geklebt, Steckboden, Automatikboden) sowie die Position von Funktionsperforationen so gewählt, dass Aufrichten, Befüllen und Verschließen reibungslos funktionieren.
Maße und Toleranzen
Für Serienverpackungen sind klare Maßbezüge wesentlich: Innenmaß (IM) für die Packgutaufnahme, Außenmaß (AM) für Palettierung und Transport, sowie ggf. Nutzinnenmaß (NIM) bei Einlagen. Maß- und Rilltoleranzen werden mit dem Fertigungsprozess und den geplanten Klimabedingungen (z. B. Prüfklima) abgestimmt. Eine konsistente Planlage, saubere Rillqualität und definierte Faltwinkel sichern die Maßhaltigkeit, reduzieren Rückfederungseffekte und vermeiden Ausbeulungen. Durchdachte Toleranzketten berücksichtigen Materialschwankungen, Rillverhalten, Klebstoffauftrag und Verdichtungen an der Naht, sodass Serienartikel über lange Zeit stabil reproduzierbar bleiben.
Produktionsprozess: Wie entsteht eine Serienverpackung?
Die Produktion von Serienverpackungen erfolgt in der Regel maschinell. Dies ermöglicht die Herstellung großer Mengen in kurzer Zeit. Zunächst wird die Rohform der Wellpappe zugeschnitten. Im Anschluss daran ist eine gezielte Modifikation dieser Rohform möglich, beispielsweise durch Bedrucken oder Prägen. Der letzte Schritt ist das Falzen und Kleben, wodurch die endgültige Serienverpackung entsteht. In der Praxis umfasst der Ablauf weitere, klar definierte Schritte: von der Wellpappenerzeugung (Wellenprofil, Liner, Grammaturen) über den Zuschnitt (Rotations- oder Flachbettstanzen), das Rillen und die Perforation bis zur Verklebung (Klebepunkte oder Längsnaht), Qualitätskontrolle und Palettierung. Rüstzeiten, Werkzeugpflege und reproduzierbare Maschineneinstellungen sind entscheidend, um konstante Ergebnisse über viele Chargen hinweg sicherzustellen. Ergänzend kommen Inprozesskontrollen (Maß-, Rill- und Druckprüfungen), dokumentierte Startfreigaben, Prüfmittelüberwachung und standardisierte Maschinenparameter zum Einsatz, um Schwankungen zu minimieren und OEE-Kennzahlen stabil zu halten.
Stanz- und Rilltechnologien
Rotationsstanzen sind für hohe Taktzahlen und lange Serien geeignet, während Flachbettstanzen bei komplexen Konturen und exakten Rillungen Vorteile bieten. Saubere Rillungen verhindern Rissbildung und erleichtern das Falzen; definierte Rill- und Falzqualitäten sind Grundlage für formstabile, maßhaltige Serienartikel. Werkzeugauslegung (z. B. Gummierung, Gegenrillgeometrie), regelmäßige Wartung sowie ein passendes Stanzgitter sorgen für glatte Schnittkanten, geringe Gratbildung und maßhaltige Ausbrechkonturen. Die Wahl der Gegenrillung in Relation zur Pappenstärke (Rillhöhe, Rillbreite) beeinflusst das spätere Faltverhalten und die Kantenqualität maßgeblich.
Druck und Kennzeichnung
Zur Gestaltung und Identifikation werden überwiegend Flexodruck, bei höheren Ansprüchen auch Offsetkaschierung oder digitaler Direktdruck eingesetzt. Serienkennzeichnungen (Chargen, Artikelnummern, Piktogramme) unterstützen Logistikprozesse und vermeiden Verwechslungen. Optional können Öffnungshilfen, Abreißfäden und Funktionsperforationen integriert werden, ohne die Stabilität der Verpackung zu beeinträchtigen. Farbmanagement, Rasterfeinheit, Strichstärken und die Auswahl geeigneter Farben und Lacke werden an das Substrat angepasst, um reibungsfreie Auflagen mit konstantem Erscheinungsbild zu erzielen. Variable Daten, maschinenlesbare Codes und eindeutige Identifikatoren erleichtern Rückverfolgbarkeit und Bestandsführung.
Materialien und Wellenarten
Für Serienverpackungen kommen je nach Anforderung unterschiedliche Wellenprofile (E-, B-, C- oder Doppelwellen wie BE/BC) sowie passende Deckenpapiere zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach Produktempfindlichkeit, Stapelstabilität, Durchstoßsicherheit und gewünschtem Gewicht. Leichte Qualitäten optimieren Materialeinsatz und Handling, stärkere Qualitäten bieten höhere Kantenstauchwiderstände. Die Materialwahl erfolgt mit Blick auf geforderte Prüfwerte, typische Belastungen in der Distribution und die gewünschte Druckbildqualität. Ergänzende Kennwerte wie Cobb, Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und Planlage unterstützen die Auslegung. Feuchte- und Klimaverhalten (Konditionierung) sowie der Recyclinganteil der Decken- und Wellenpapiere werden im Lastenheft dokumentiert, um Reproduzierbarkeit und Nachhaltigkeitsziele gleichermaßen zu berücksichtigen.
Anwendungsbereiche: Wo werden Serienverpackungen eingesetzt?
Die Anwendungsbereiche von Serienverpackungen sind breit gefächert. Sie reichen von der Lebensmittelbranche über den Onlinehandel bis hin zur industriellen Produktion. Überall dort, wo Produkte verpackt und transportiert werden müssen, kommen Serienverpackungen zum Einsatz. Dabei sind sie nicht nur Mittel zum Zweck, sondern können durch individuelle Gestaltung auch einen Beitrag zur Markenpräsentation und zum Produkterlebnis leisten. Ergänzend zu Pizzakartons, Versandkartons und Getränkeverpackungen finden sich Einsatzfelder in der Elektronik (z. B. Gerätekartons mit Einlagen), bei Konsumgütern (Faltschachteln, Stülpdeckelkartons), in der Automobilzulieferung (Komponenten- und Teileverpackungen) sowie im Pharmabereich (sekundäre Transport- und Umverpackungen). Für den Versand eignen sich standardisierte Umkartons, Trays und Mehrkomponentenlösungen mit fixierenden Einlagen, die sich gut in automatisierte Packlinien integrieren lassen. Weitere Beispiele sind Möbelkomponenten, Textilien, Ersatzteile, technische Geräte und Verpackungen für saisonale Aktionsware, die häufig in wiederkehrenden Serien und festen Rastermaßen realisiert werden.
Qualitätssicherung und Prüfwerte
Serienverpackungen unterliegen definierten Qualitätskriterien. Typische Prüfwerte sind Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT), Durchstoßarbeit, Rill- und Falzqualität sowie Klebe- und Nahtfestigkeit. Zusätzlich werden Maßhaltigkeit, Planlage, Staubfreiheit und Druckbildkontrolle dokumentiert. Stabilitätsanforderungen richten sich nach Produktgewicht, Stapelhöhen und klimatischen Bedingungen, die in der Logistikkette auftreten können. Prüfpläne mit festgelegten Stichprobenumfängen, Referenzklima sowie eindeutigen Grenzmustern erhöhen die Vergleichbarkeit. Neben Erstmusterprüfungen sind Requalifikationen und Laufkontrollen üblich, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen wie Rillparameteranpassungen, Klebstoffjustage oder Werkzeuginstandsetzung einzuleiten.
Prozess- und Logistikaspekte
Serienfähige Verpackungen sind für automatisiertes Aufrichten, Befüllen und Verschließen ausgelegt. Geringe Streuungen in Materialstärke und Rillparametern minimieren Störungen an Maschinen. Packdichten und modulare Formate erleichtern die optimale Ausnutzung von Ladungsträgern und Regalsystemen. Einheitliche Kennzeichnungen, eindeutige Artikelnummern und standardisierte Gebindehöhen verbessern die Prozesssicherheit in Fertigung und Distribution. In der Praxis werden Palettenraster, Deckel-/Zwischenlagen und Umreifungskonzepte so abgestimmt, dass Transportschäden, Kippmomente und Druckstellen reduziert werden. Neben kundenspezifischen Serienartikeln existieren ergänzend Lösungen wie Verpackungen auf Lager, sofort verfügbar, die in stabilen Rastermaßen bereitgestellt werden und in Planungsphasen, Ramp-ups oder als Zwischenlösung eingesetzt werden können.
Ökologische Betrachtung
Der hohe Durchsatz in der Serienfertigung macht einen ressourceneffizienten Materialeinsatz wesentlich. Optimierte Zuschnittpläne, materialschonende Konstruktionen und recyclingfähige Monomaterial-Lösungen reduzieren den Ressourceneinsatz. Wellpappe ist stofflich gut verwertbar, sodass sortenreine Entsorgung etablierte Kreisläufe unterstützt. Gleichzeitig gilt: Überdimensionierte Qualitäten oder unnötige Hohlräume sollten vermieden werden, um Material und Energie entlang der Lieferkette einzusparen. Eine klare Ausrichtung auf Gewichtsoptimierung, die Minimierung von Druckfarbenflächen, materialeffiziente Einleger und eine an das Packgut angepasste Wellenwahl leisten einen messbaren Beitrag zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks. Ergänzend unterstützen langlebige Werkzeuge, geringe Rüstabfälle und bedarfsgerechte Abrufmengen eine nachhaltige Serienfertigung.
Vor- und Nachteile von Serienverpackung
Zu den größten Vorteilen von Serienverpackungen gehört die hohe Effizienz. Durch die serienmäßige Produktion lassen sich Kosten und Zeit sparen. Darüber hinaus besteht ein hoher Grad an Standardisierung, der die Integration in bestehende Logistik- und Produktionssysteme erleichtert. Ein weiterer Vorzug ist die Möglichkeit, die Serienverpackungen individuell zu gestalten und somit für Werbezwecke zu nutzen.
Auf der anderen Seite gibt es auch Nachteile. So kann die Massenfertigung von Serienverpackungen zu einem hohen Verbrauch von Ressourcen und damit zu Umweltbelastungen führen. Außerdem besteht die Gefahr einer mangelnden Flexibilität. Da Serienverpackungen auf eine standardisierte Produktform ausgerichtet sind, können sie bei sich ändernden Produktformen oder -größen ihre Effizienz und Kostenersparnis verlieren. Zusätzlich sind Werkzeugkosten (z. B. Stanzformen) und Rüstaufwände zu berücksichtigen; sie amortisieren sich in der Regel erst bei geeigneten Stückzahlen. Variantenänderungen erfordern abgestimmte Freigabeprozesse, um Qualität und Passgenauigkeit in allen Chargen sicherzustellen. Ebenso können Liefer- und Bestandsrisiken entstehen, wenn Forecasts stark schwanken; hier helfen modulare Baukästen, Variantenbündelung und eine sorgfältige Losgrößenplanung.
Zusätzliche Normen und Bezüge
In der Praxis werden Konstruktions- und Fertigungsdetails häufig anhand etablierter Bauartensysteme beschrieben. Ergänzend kommen interne Werksnormen, Prüfklimaanforderungen, Kennzeichnungsvorgaben und Spezifikationsblätter zum Einsatz. Ein durchgängiges Datenmanagement mit eindeutigen Versionsständen stellt sicher, dass Stanzkontur, Rillbild, Druckfreigabe und Palettiermuster über den gesamten Produktlebenszyklus konsistent bleiben.
Zusammenfassung:
- Serienverpackung bezeichnet den Prozess, in dem gleiche oder ähnliche Produkte systematisch und effizient verpackt werden. Sie beruht auf wiederholbaren Arbeitsschritten, definierten Toleranzen und konstanten Materialeigenschaften für reproduzierbare Ergebnisse. Ergänzend sichern dokumentierte Prüfpläne, Freigabemuster und stabile Maschinenparameter die gleichbleibende Qualität über viele Chargen hinweg.
- Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, können von dieser Methode profitieren, da sie eine kostengünstige und umweltfreundliche Lösung für Massenproduktion bietet. Durch standardisierte Abläufe lassen sich Durchlaufzeiten reduzieren und die Prozesssicherheit erhöhen. Einheitliche Modulraster, klare Maßbezüge und abgestimmte Logistikprozesse erleichtern Beschaffung, Lagerung und Distribution.
- Pappe als Material für Serienverpackungen ist besonders vorteilhaft, da es leicht, robust und einfach zu handhaben ist, was zu einer verbesserten Arbeitseffizienz führt. Passende Materialqualitäten und sorgfältig ausgelegte Konstruktionen sichern Produktschutz und stabile Logistikprozesse. Die Auswahl geeigneter Wellenprofile, Deckenpapiere und Rillparameter trägt dazu bei, Funktionsanforderungen, Druckbild und ökologische Ziele auszubalancieren.
Veröffentlicht am 24.05.2025
Letzte Überarbeitung am 10.11.2025 um 13:16 Uhr von Sebastian Würth